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Das innergemeinschaftliche Verbringen von Pferden

Der innergemeinschaftliche Transport von Pferden zwischen Österreich und  den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, einschließlich Norwegen (als EFTA-Staat)  und der Schweiz (auf Grund des „landwirtschaftlichen Verkehrsabkommens“ zwischen der EU und der Schweiz)  erfolgt ohne Grenzkontrolle. Die erforderlichen Kontrollen durch die zuständigen Behörden werden  an der Abgangsstelle sowie am Bestimmungsort der Tiere durchgeführt. Stichprobenartige Tiertransportkontrollen auf der Stecke sind möglich.

Die in Österreich zuständige Behörde ist die jeweils für den Abgangsort bzw. den Bestimmungsort zuständige Bezirksverwaltungsbehörde, also die Bezirkshauptmannschaft bzw. der Magistrat.

Kennzeichnung

Pferde in der EU müssen in jedem Fall identifiziert sein, das heißt:

  • sie müssen entweder mit einem Transponder versehen und oder alternativ gekennzeichnet sein
  • es muss für sie ein Pferdepass ausgestellt worden sein
  • Sie müssen in die dezentrale Pferdedatenbank der den Pferdepass ausstellenden Organisation eingetragen sein
  • Österreichische Pferde müssen in der zentralen Pferdedatenbank des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen eingetragen sein

Weitere Information zur Pferdekennzeichnung

Verfahren zum innergemeinschaftlichen Verbringen von Pferden

Unterschieden werden Verfahren für registrierte und für nicht registrierte Equiden. Als Equiden sind zumeist Pferde gemeint, die Bestimmungen gelten aber auch für alle anderen Einhufer, also auch für Esel, Maulesel, Mulis, Wildpferde und Zebras.

Registrierte Equiden sind Pferde, für die ein vollständiger Pferdepass mit allen 10 Anhängen ausgestellt wurde, die in ihrem im Pferdepass  als registrierte Pferde bezeichnet werden und die entweder registrierte Turnierpferde eines internationalen Sportverbandes (in Österreich ÖPS) und oder registrierte Zuchtpferde (d.h.  gezüchtete Pferde die in einem Zuchtbuch eines zugelassenen Pferdezuchtverbandes aufscheinen) sind.

Als nicht registrierte Pferde gelten alle anderen Pferde, in den Vorschriften zumeist  „Zucht- und Nutzpferde“ genannt.

Aus veterinärbehördlicher Sicht gibt es beim innergemeinschaftlichen Verbringen von Pferden drei unterschiedlich anzuwendende Verfahren, und zwar

  • das Verbringen von nicht registrierten Pferden
  • das  Verbringen von registrierten Pferden, die für den Handel bestimmt sind
  • das Verbringen von registrierten Pferden, die vorübergehend verbracht werden und die nicht für den Handel bestimmt sind
 

Das Verbringen von nicht registrierten Pferden

Die Tiere benötigen einen Pferdepass.

Pferdekennzeichnung

Zusätzlich muss von der zuständigen Behörde des Ursprungsortes (Amtstierarzt) eine Tiergesundheitsbescheinigung gemäß Angang III der Richtlinie 2009/156/EG des Rates vom 30. November 2009 in der geltenden Fassung  ausgestellt werden.

EU-Richtlinie

Die Tiergesundheitsbescheinigung wird vom Amtstierarzt bzw. von der Amtstierärztin im EU-einheitlichen elektronischen Veterinärinformationsprogramm TRACES ausgestellt, damit wird automatisch auch die Behörde am Bestimmungsort informiert. 

Die amtstierärztliche Untersuchung zur Ausstellung dieser Bescheinigung hat innerhalb der letzten 48 Stunden  vor Abreise zu erfolgen. Für nicht registrierte Equipen ist es zulässig, je Sendung, also auch für mehrere Pferde, nur eine Bescheinigung auszustellen.

Der Verfügungsberechtigte muss die Sendung an den vorgesehenen Bestimmungsort bringen und hat das Einlangen dieser Sendung am Bestimmungsort bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Amtstierarzt bzw. Amtstierärztin) zu melden.

Die Behörde am Bestimmungsort forscht bei Ausbleiben der Sendung nach deren Verbleib. Sie wird bei Einlangen der Sendung stichprobenartig bzw. gemäß nationalem Kontrollplan schwerpunktmäßig Untersuchungen, einschließlich möglicher Blutuntersuchungen, vornehmen.

Das  Verbringen von registrierten Pferden, die für den Handel bestimmt sind

Das betrifft Pferde, die im Zusammenhang mit dem Verbringen in einen anderen EU-Mitgliedstaat  den Eigentümer bzw. die Eigentümerin wechseln, die also  gerade vor dem Verbringen verkauft wurden oder für den Verkauf nach dem Verbringen bestimmt sind.

Das Tier benötigt einen Pferdepass für registrierte Equipen.

Pferdekennzeichnung

 Außerdem muss von der zuständigen Behörde des Ursprungsortes (Amtstierarzt bzw. Amtstierärztin) eine Tiergesundheitsbescheinigung gemäß Angang II der Richtlinie 2009/156/EG des Rates vom 30. November 2009 in der geltenden Fassung  ausgestellt werden.

EU-Richtlinie

Die Tiergesundheitsbescheinigung wird vom Amtstierarzt bzw. von der Amtstierärztin im EU-einheitlichen Veterinärinformationsprogramm TRACES ausgestellt, damit wird gleichzeitig auch die Behörde am Bestimmungsort informiert.

Die amtstierärztliche Untersuchung zur Ausstellung dieser Bescheinigung hat innerhalb der letzten 48 Stunden  vor Abreise zu erfolgen. Bei registrierten Equiden ist es notwendig, für jedes Pferd eine einzelne Veterinärbescheinigung auszustellen.

Der Verfügungsberechtigte muss die Sendung an den vorgesehenen Bestimmungsort bringen und hat das Einlangen dieser Sendung bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde des Bestimmungsortes (Amtstierarzt bzw. Amtstierärztin) zu melden.

Die Behörde am Bestimmungsort forscht bei Ausbleiben der Sendung nach deren Verbleib. Sie wird bei Einlangen der Sendung stichprobenartig bzw. gemäß nationalem Kontrollplan schwerpunktmäßig Untersuchungen, einschließlich möglicher Blutuntersuchungen, vornehmen.

Das Verbringen von registrierten Pferden, die nicht für den Handel bestimmt sind

Diese Bezeichnung bedeutet, dass der Verfügungsberechtigte der Sendung bereits vor Abfahrt wissen muss, ob das Tier zum Verkauf bestimmt ist oder nicht.

Für das Verbringen von registrierten Pferden, die nicht für den Handel bestimmt sind, gibt es die folgenden erleichterten Verfahren.

Das Tier benötigt einen Pferdepass für registrierte Equiden.

Pferdekennzeichnung

Die erforderliche Gesundheitsbescheinigung muss in einem solchen Fall nicht separat ausgestellt werden, sondern erfolgt durch einen Eintrag in Anhang X des Pferdepasses gemäß Verordnung(EU) Nr. 504/2008/der Kommission vom 6. Juni 2008 oder, im Falle eines Pferdes mit älterem gültigen Pferdepass, in der entsprechenden Rubrik des Passes.

Eine Meldung mittels des Veterinärinformationssystem TRACES ist nicht erforderlich. Eine Verständigung der Bezirksverwaltungsbehörde am Bestimmungsort ist nicht verpflichtend.

Diese Zusatzbescheinigung im Pferdepass ist 10 Tage gültig. Bei einem Aufenthalt an einem oder auch mehreren nacheinander folgenden Bestimmungsorten über 10 Tage hinaus und einem späteren weiteren Verbringen, einschließlich Rückreise, ist erneut eine – weitere 10  Tage gültige – Zusatzbescheinigung der zu diesem Zeitpunkt zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde erforderlich.

Tierschutz beim Transport

Pferde unterliegen beim Transport den Bestimmungen der Europäischen Union zum Schutz der Tiere beim Transport sowie auch den österreichischen Tierschutzvorschriften

Tiertransport