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Innergemeinschaftliches Verbringen einschließlich Handel mit lebenden Tieren (IGH)

Allgemeine Informationen

Für das Verbringen oder auch den Handel (innergemeinschaftlicher Handel, IGH) mit lebenden Tieren, Bruteiern sowie Samen, Eizellen, Embryonen und Gameten (in der Folge "Tiere" genannt) innerhalb der Europäischen Union gelten verschiedene Vorschriften, die von allen Mitgliedstaaten in gleicher Weise eingehalten werden müssen.

Vom IGH zu unterscheiden ist die Einfuhr (= Import) aus Drittstaaten in die EU, also aus nicht EU-Mitgliedstaaten, ausgenommen davon sind die Schweiz, Liechtenstein und Norwegen (Vorschriften dazu  unter bmgf.gv.at unter Ein- und Durchfuhr). Ebenso abzugrenzen ist die Ausfuhr (= Export) aus Österreich in Drittstaaten. Details dazu sind unter Exportbetriebe in Drittstaaten und Exportzertifikate in Drittstaaten.

Grundlagen des IGH

In Bezug auf den IGH sind sogenannte harmonisierte Bestimmungen durch das BMGF (Gesundheitsministerium) und BMLFUW (Lebensministerium) in folgenden nationalen Verordnungen umgesetzt:

Spezielle Voraussetzungen

Der EU-Binnenmarkt ist gekennzeichnet durch einen freien Tier- und Warenverkehr ohne Grenzkontrollen. Aus diesem Grund finden veterinärbehördliche Kontrollen am Abgangsort, am Bestimmungsort und auch während des Transports im jeweiligen Mitgliedstaat statt. Zusätzlich müssen Betriebe, aus denen Tiere verbracht werden, von der zuständigen Behörde zugelassen, registriert oder genehmigt sein.

Darüber hinaus unterliegen die Betriebe und die darin gehaltenen Tiere genauen veterinärrechtlichen Bestimmungen, die der Mitgliedstaat zu garantieren hat. 

Schutz- und Sperrmaßnahmen im IGH

Bei Auftreten von für den Handel bedeutenden Tierseuchen werden von der EU Verbringungsbeschränkungen festgelegt, die in folgender Liste zusammengefasst sind:

Die folgenden Unterlagen enthalten Kurzinformationen für Amtstierärztinnen und Amtstierärzte zu allen österreichischen Maßnahmen zum Schutz vor Seucheneinschleppung im IGH:  

Aufgaben von TierhalterInnen oder Verfügungsberechtigten

Um die Verbreitung von Tierseuchenerregern zu verhindern, sind TierhalterInnen oder Personen, die während der Beförderung über die Tiere verfügen, verpflichtet, veterinärpolizeiliche Vorschriften einzuhalten. Bei der Verbringung von Tieren ist zu prüfen, ob

  • eine amtstierärztliche Tiergesundheitsbescheinigung vorgeschrieben ist 
  • im Falle von landwirtschaftlich genutzten Tieren, die amtstierärztlich Überwachung und Kontrolle eingehalten wird 
  • eine Kennzeichnungspflicht besteht 
  • die Transportmittel oder -behältnisse den Tiertransportbestimmungen entsprechen sowie
  • die vorgeschriebenen Hygiene- und Reinigungsvorschriften eingehalten werden

Aus all den genannten Gründen ist jedenfalls rechtzeitig vor dem Verbringen oder Einbringen in einen Tierbestand die zuständige Amtstierärztin bzw. der zuständige Amtstierarzt in der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde in Österreich zu kontaktieren. Zuständig ist jene Amtstierärztin oder jener Amtstierarzt, wo die betreffenden Tiere gehalten werden.

(12.1.2017)