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Erklärungen zur Pferdekennzeichnung

Was bringt die EU-Verordnung 2015/262?

Die Verordnung (EG) Nr. 2015/262 legt gemeinsame Bestimmungen hinsichtlich Ausstellung des Pferdepasses, Registrierung der Pferde und Medikamenteneinsatz mit Auswirkungen auf die spätere Schlachtung oder Euthanasie fest. 

Pferde und andere Einhufer dürfen nur gehalten werden, wenn sie im Einklang mit der vorliegenden Verordnung identifiziert worden. 

Muss jedes Pferd identifiziert werden bzw. einen Pferdepass haben?

Die EU-Verordnung etabliert ein geschlossenes System aus

  • der Identifizierung der Pferde (nicht später als 12 Monate nach der Geburt und in jedem Fall nach Verlassen des Geburtsbetriebes),
  • der Kennzeichnung mit einem Transponder nach ISO-Norm, dem sogenannten Chip,
  • der Vergabe einer 15-stelligen Lebensnummer (Universal Equine Life Number „UELN“),
  • der Ausstellung des Pferdepasses
  • und der lebenslangen Registrierung in der Datenbank der pferdepassausstellenden Stelle und der zentralen Pferdedatenbank des Bundesministeriums für Gesundheit.

Die EU-Verordnung regelt auch die Mitverantwortung des Halters, also z.B. unter Umständen auch des Reitstallbetreibers, bei der Identifizierung.

Für bestimmte Zuchtrassen besteht in Österreich die Möglichkeit, dass ein Pferd von einer zugelassenes pferdepassausstellenden Stelle mittels DNA-Untersuchung identifiziert und mittels traditionellem Zuchtbrand gekennzeichnet wird, sodass bei einem solchen Pferd auf den Chip verzichtet werden darf.

Wo sind Pferdepass und Chip erhältlich?

Die Identifizierung und Ausstellung der Pässe erfolgt bei registrierten Zuchtpferden durch die jeweiligen Zuchtverbände und bei registrierten Sportpferden durch den Österreichischen Pferdesportverband (ÖPS, vormals Bundesfachverband für Reiten und Fahren). Alle übrigen Pferde können wahlweise durch die Zuchtverbände, den Bundesfachverband für Reiten und Fahren, durch das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung,  durch das Amt der Burgenländischen Landesregierung oder durch den Vorarlberger Landespferdezuchtverband

 identifiziert werden. Der Chip selbst ist aber in jedem Falle von einer Tierärztin bzw. einem Tierarzt gemäß den EU-Vorschriften und den Vorgaben der ausstellenden Stelle anzubringen.

Grundsätzlich können Pferde als registrierte Pferde, d.h. als Zuchtpferde und Sportpferde (vollständig ausgestellter Pferdepass) oder als nicht registrierte Pferde (Zucht- oder Nutzpferde mit eingeschränktem Pferdepass) eingetragen werden; in jedem Falle muss aber im Vorhinein feststehen, ob das Tier letztlich für die menschliche Nahrungskette bestimmt ist - und daher nur eingeschränkt mit Medikamenten behandelt werden darf – oder nicht.

Ein späterer Ausschluss aus der Lebensmittelkette durch jenen Verband, der den Pferdepass ausgestellt hat, oder durch den behandelnden Tierarzt bzw. durch die behandelnde Tierärztin ist möglich bzw. in bestimmten Fällen tierärztlicher Behandlung vorgesehen. Hingegen kann ein einmal von der menschlichen Nahrungskette ausgeschlossenes Pferd lebenslang nicht mehr zur Schlachtung zugelassen werden. 

Was ist bei Verlust des Passes zu tun?

Bei mangelhafter Identifizierbarkeit –wurde z.B. der Pferdepass verlegt oder der Chip kann nicht gelesen werden – kann unter strengen Auflagen und Bedingungen ein Duplikat oder ein Ersatzpass ausgestellt werden, wobei aber ein Pferd mit Ersatzpass lebenslang von der Schlachtung zur Fleischgewinnung ausgeschlossen bleibt. 

Wann und wo ist der Pass nötig?

Der Pferdepass muss abseits des Heimatbetriebes stets mit dem Pferd mitgeführt werden, ausgenommen sind Fohlen bei Fuß, Weidegang, Ausritte bis zu drei Stunden Fußwegentfernung, Geländewettbewerbe und Notfälle.

Aus Drittländern importierte Pferde müssen binnen 30 Tagen identifiziert und gechipt werden. Zu beachten ist auch, dass der in den USA generell verwendete Chip nicht ISO-konform und daher in Europa nicht gültig ist.

Pferdepässe aus anderen EU-Mitgliedstaaten sind in allen EU-Staaten auf Dauer gültig, das Pferd muss allerdings entweder von einer österreichischen ausstellenden Stelle oder von einer ausstellenden Stelle eines anderen EU-Mitgliedsstaates, sofern dieser zur Vornahme von Pferdeidentifizierungen in Österreich befugt ist,   in die zentrale Datenbank des Bundesministeriums für Gesundheit eingetragen werden.

Was ist bei Tod des Pferdes zu tun?

Nach der Schlachtung, der Euthanasie oder dem natürlichen Tod wird der Chip vom amtlichen Tierarzt (Fleischuntersuchungstierarzt, Amtstierarzt in der TKV) entfernt und der ungültig gestempelte und gelochte Pass an die Kontaktstelle (siehe unten) verschickt. Das Tier wird aus der zentralen Pferdedatenbank ausgetragen, anschließend wird der Pferdepass an den Verband, der den Pferdepass ausgestellt hat, weitergeleitet. 

Was ist zu tun, wenn das Pferd vor dem 1.1.2010 geboren wurde und noch keinen Pass hat?

Grundsätzlich gilt die Verordnung; ein fehlender Pferdepass ist somit eine Nichteinhaltung der bestehenden Rechtsvorschriften und wird von den zuständigen Behörden entsprechend geahndet. In solchen Fällen muss nachträglich identifiziert werden.

Für Pferde, die vor dem 1.7.2009 geboren, jedoch bis zum 1.1.2010 nicht ordnungsgemäß identifiziert wurden, kann kein regulärer Pferdepass, jedoch allenfalls ein sogenannter Ersatzpass ausgestellt werden, die Tiere bleiben damit auf Lebenszeit von der Lebensmittelgewinnung ausgeschlossen. Ein nachträgliches Chippen der Tiere wird angeraten, ist aber nicht zwingend erforderlich. 

Kontaktstelle

Pferdepässe von geschlachteten bzw. getöteten Pferden aus anderen Mitgliedstaaten sind an die zuständige Kontaktstelle weiterzuleiten:

Veterinärgrenzkontrollstelle Flughafen Wien 
Cargo-Pferdekontaktstelle 
1300 Wien 
Tel.: +43 (0)1 7007 33484 
E-Mail: mailto: gta-wien@bmgf.gv.at

Dort werden Pferdepässe, die in Österreich von geschlachteten, getöteten oder verstorbenen Equiden anfallen, übernommen und an die richtigen Stellen weitergeleitet. 

Wichtige Internetadressen

Information auf der Website der Europäischen Kommission 

Liste der in Österreich zugelassenen Aussteller von Pferdepässen bzw. alternativer Kennzeichen (1.1.2012) 

LINK Pferdepass

(01.07.2016)