Aviäre Influenza in Österreich und Europa Vogelgrippe

Im Herbst 2016 wurde nach 2015 erneut das hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) Virus vom Subtyp H5N8 in Europa nachgewiesen. Als erstes europäisches Land meldete Ungarn am 28.10.2016 die Isolierung von HPAI Subtyp H5N8 in einem tot aufgefundenen Höckerschwan. In den Wintermonaten wurden zahlreiche Ausbrüche von H5N8 in fast allen Mitgliedsstaaten gemeldet, auch Österreich war sowohl bei Wildvögeln als auch im Hausgeflügelbestand betroffen.

Seit Anfang März 2017 ist sowohl international, als auch in Österreich eine wesentliche Verbesserung der Lage zu beobachten, weshalb die Verpflichtung zur Stallhaltung mit Samstag 25. März 2017 aufgehoben wurde. Da jedoch nach wie vor ein gewisses Risiko der Übertragung des Virus von Wildvögeln auf Hausgeflügelbestände besteht, bleiben bestimmte Biosicherheitsmaßnahmen in Kraft. In Schutz- und Überwachungszonen, die nach Ausbrüchen von HPAI auf Betrieben einzurichten sind gelten zusätzliche Biosicherheitsmaßnahmen – dies inkludiert auch die Verpflichtung zur Stallhaltung!  

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Vogelgrippe vom Subtyp H5N8 auf Menschen und Haussäugetiere übertragen wird. Nach einer Mitteilung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung vom 10.11.2016 ist eine Virusübertragung durch den Verzehr von Geflügelfleisch unwahrscheinlich.

Ausbreitung in Europa

Aktueller Stand der Ausbreitung in Europa - Auswertung der ADNS-Meldungen seit 1.6.2016
Current state of spread within Europe - Analysis of ADNS data from 1.6.2016 to current date

Situation in Österreich

Anfang November 2016 wurde in Österreich erstmals totes Wassergeflügel  wie Reiherenten, Tafelenten etc., im Bodensee-Gebiet (Vorarlberg) gefunden. Untersuchungen des Nationalen Referenzlabors der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bestätigten, dass es sich um den für die Tiere hochpathogenen Typus H5N8 der Geflügelpest handelt.

Seit November 2016 sind zahlreiche weitere Fälle bei Wildvögeln in allen Bundesländern - mit Ausnahme von Tirol - nachgewiesen worden.

Karte der H5 HPAI positiven Wildvögel Karte der H5 HPAI positiven Wildvögel, Stichtag 03.05.2017 (Quelle: AGES) Bild "Karte der H5 HPAI positiven Wildvögel" vergrößern

Auch in Hausgeflügelbeständen (Vorarlberg, Burgenland) sind Fälle aufgetreten. Zusätzlich war Österreich von mehreren grenznahen Ausbrüchen in der Slowakischen und der Tschechischen Republik betroffen. Mittlerweile konnten die Betriebssperren sowie die um die betroffenen Betriebe eingerichteten Schutz- und Überwachungszonen wieder aufgehoben werden. 

Biosicherheitsmaßnahmen für Geflügel

Am 10. Jänner 2017 wurde das gesamte Österreichische Staatsgebiet als "Gebiet mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko" definiert, da aufgrund der epidemiologischen Situation eine erhöhte Ansteckungsgefahr für Hausgeflügel zu befürchten war. 

Damit galten für alle GeflügelhalterInnen - die Maßnahmen gem. § 8 der Geflügelpest Verordnung. Das Ziel war, eine Ansteckung des Hausgeflügels durch Wildvögel bestmöglich zu verhindern. 

Da seit Anfang März sowohl international als auch in Österreich eine wesentliche Verbesserung der Lage zu beobachten ist, wurde die Verpflichtung zur Stallhaltung mit Samstag 25. März 2017 aufgehoben.

Um das nach wie vor bestehende Risiko der Übertragung des Virus von Wildvögeln auf Hausgeflügelbestände zu minieren, bleiben bestimmte Biosicherheitsmaßnahmen österreichweit in Kraft und sind von allen Geflügelbetrieben - auch von nicht kommerziellen Kleinhaltungen! - einzuhalten! Im eigenen Interesse sollten TierhalterInnen auf eine strikte Einhaltung achten, um eine Infektion Ihrer Tiere zu verhindern. 

Pflichten von GeflügelhalterInnen gemäß der „Kundmachung über amtlich angeordnete Biosicherheitsmaßnahmen zur Hintanhaltung der Geflügelpest 2017“

Geflügel und andere in Gefangenschaft gehaltene Vögel sind so zu halten, dass der Kontakt zu Wildvögeln und deren Kot bestmöglich hintangehalten wird, dies umfasst jedenfalls

  • dass die Fütterung und Tränkung der Tiere im Stall oder unter einem Unterstand erfolgen muss, der das Zufliegen von Wildvögeln erschwert, 
  • dass die Tränkung der Tiere nicht mit Wasser aus Sammelbecken für Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben, erfolgen darf und
  • dass Beförderungsmittel, Ladeplätze und Gerätschaften, die mit Geflügel in Kontakt waren, sorgfältig zu reinigen und zu desinfizieren sind.

Außerdem müssen Betriebe der Behörde unverzüglich mitteilen, wenn 

  • Geflügelherden die Futter- und Wasseraufnahme reduzieren
  • die Legeleistung zurückgeht
  • oder eine erhöhte Sterblichkeit der Tiere beobachtet wird.    

Diese Bestimmungen betreffen alle Betriebe und Personen, die Geflügel halten, egal ob kommerziell oder privat.

Empfehlungen

Tot aufgefundene Wasser- und Greifvögel sollen nicht berührt oder geborgen werden, der Fundort ist aber bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Büro der Amtstierärztin/des Amtstierarztes) zu melden. GeflügelhalterInnen, insbesondere in der Nähe zu Freigewässern, werden auf die Gefahrenlage hingewiesen, und dringend die Einhaltung der allgemeinen Hygienemaßnahmen empfohlen.

Aviäre Influenza
AGES/Vogelgrippe
Informationen auf BMGF.gv.at
EFSA-Risikobewertung zu H5N8 (engl.)
Land Salzburg
Land Oberösterreich

(23.3.2017)

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