Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl Am 26. April 1986 ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl in der heutigen Ukraine eine der schwersten Nuklearkatastrophen der Geschichte.

Während eines fehlgeschlagenen Sicherheitstests kam es im Reaktorblock 4 zu einer Explosion und anschließend zu einem Brand des Reaktorkerns. Große Mengen radioaktiver Stoffe wurden in die Atmosphäre freigesetzt und über weite Teile Europas verteilt. Auch in Österreich und anderen Ländern Mitteleuropas wurden radioaktive Niederschläge gemessen. Besonders betroffen waren damals landwirtschaftliche Produkte wie Milch, Blattgemüse, Pilze und Wildfleisch, die radioaktive Stoffe aus der Umwelt aufnehmen konnten.
 

Die Ereignisse von Tschernobyl führten europaweit zu einem Umdenken im Bereich der Strahlenüberwachung und der Lebensmittelsicherheit. Viele der heute etablierten Kontroll- und Vorsorgemaßnahmen wurden in den Jahren danach aufgebaut oder deutlich verbessert.

Verbesserungen aus Sicht der Lebensmittelsicherheitsbehörden

Heute verfügen Behörden über deutlich ausgebaute Mess- und Überwachungssysteme. Ein dichtes Netz an Messstationen überwacht kontinuierlich die Radioaktivität in Luft, Boden und Niederschlag. Dadurch könnten radioaktive Belastungen wesentlich schneller erkannt werden als noch 1986.

Auch die Kontrolle von Lebensmitteln ist heute stärker standardisiert und europaweit abgestimmt. Für radioaktive Stoffe in Lebensmitteln existieren klare Grenzwerte innerhalb der Europäischen Union. Im Ereignisfall könnten landwirtschaftliche Produkte gezielt untersucht und gegebenenfalls rasch vom Markt genommen werden.

Zusätzlich wurden Krisen- und Kommunikationspläne entwickelt. Behörden arbeiten heute enger zusammen – national sowie auf europäischer Ebene – und können Informationen schneller austauschen. Dadurch lassen sich Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Lebensmittelversorgung deutlich koordinierter umsetzen.

Mehr Sicherheit durch Vorsorge

Ein vergleichbares Ereignis würde auch heute große Herausforderungen mit sich bringen. Allerdings stehen heute moderne Messmethoden, strukturierte Notfallpläne und ein enges Netzwerk an Fachstellen zur Verfügung. Aus Sicht der Lebensmittelsicherheit hat die Katastrophe von Tschernobyl maßgeblich dazu beigetragen, Systeme zur Überwachung und zum Schutz der Lebensmittelversorgung nachhaltig zu verbessern.

Links

Folge 014: 40 Jahre Tschernobyl – Wer uns heute vor Radioaktivität schützt - AGES

40 Jahre Tschernobyl: Moderne Strahlenschutzsysteme schützen Österreich - AGES

40 Jahre Tschernobyl: Manche Pilze erinnern sich noch daran - AGES

Radioaktivität in der Umwelt - AGES

Aktuelle Messwerte aus dem Strahlenfrühwarnsystem - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft

Radioaktivitaet in Wildpilzen und Wildfleisch aus AT