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Lebensmittelkennzeichnung

Allgemeine Informationen

Die EU-Verbraucherinformationsverordnung Nr. 1169/2011 zur Lebensmittel-Kennzeichnung brachte EU-weit Neuerungen u.a. für Mindestschriftgröße, Herkunftskennzeichnung, Kalorien- und Nährwertangaben, Imitate und Allergene. 

Die allgemeinen Kennzeichnungsbestimmungen müssen seit 13. Dezember 2014 angewendet werden. Die Bestimmungen über die Nährwertkennzeichnung seit 13. Dezember 2016.

Fragen und Antworten der Kommission zur Verwendung der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 finden Sie im Amtsblatt der Europäischen Union unter der Nummer 2018/C 196/01 vom 8. Juni 2018, Seite 1 ff..

Verpflichtende Kennzeichnung von Kalorien- und Nährwertangaben

Laut EU-Verbraucherinformationsverordnung (LMIV) sind seit 13. Dezember 2016 verpackte Lebensmittel verpflichtend mit einer Nährwertinformation zu versehen. Von der Regelung ausgenommen sind unverpackte Lebensmittel, sie bedürfen keiner Nährwertinformation. Unternehmen steht es selbstverständlich frei, auf freiwilliger Basis eine Nährwertinformation für unverpackte Lebensmittel zur Verfügung zu stellen.

Verpflichtend ist die Angabe folgender "Big Seven" in Tabellenform bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter:

  • Brennwert
  • Fett
  • gesättigte Fettsäuren
  • Kohlenhydrate
  • Zucker
  • Eiweiß
  • Salz

Vorteile:

  • Leichtere Nutzung der Nährwertkennzeichnung durch die standardisierte Form der Wiedergabe
  • Einfachere Produktvergleiche durch Bezugsgröße 100 Gramm bzw. 100 Milliliter

Ausnahmen für österreichische Klein- und Handwerksbetriebe:

Die EU-Verordnung bietet Raum für Ausnahmen von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung. So sind u.a. "Lebensmittel, einschließlich handwerklich hergestellter Lebensmittel, die direkt in kleinen Mengen von Erzeugnissen durch den Hersteller an den Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsgeschäfte abgegeben werden, die die Erzeugnisse unmittelbar an den Endverbraucher abgeben", von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung ausgenommen.

Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen hat diese Ausnahmebestimmung wie folgt ausgelegt: Siehe dazu Informationsschreiben des Gesundheitsministeriums betreffend Ausnahmen von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung für verpackte Lebensmittel - Anhang V Ziff. 19 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011.

Allergenkennzeichnung

Die wichtigsten Allergene (14 Stoffe bzw. Stoffgruppen) müssen

  • in der Zutatenliste hervorgehoben werden.
    z. B. durch Schriftart oder Hintergrundfarbe
  • Kennzeichnung auch bei unverpackten Lebensmitteln sogenannter "loser Ware":
    z. B. in Bäckereien, Restaurants oder bei Imbissen

In welcher Form das zu geschehen hat, regeln die Mitgliedstaaten in nationalen Vorschriften.
Österreich hat dazu die Allergeninformationsverordnung, BGBl. II Nr. 175/2014, erlassen. In diesem Zusammenhang wurden von der Codexkommission Leitlinien bzw. eine Empfehlung zur Allergeninformation ausgearbeitet. Weiter Informationen dazu siehe auch unter Allergene.

Angabe des Einfrierdatums

Bei gefrorenem Fleisch, Fleischerzeugnissen und unverarbeiteten Fischprodukten muss das Einfrierdatum angegeben werden.

"Lebensmittelimitate" und "Klebefleisch"

Der ersatzweise verwendete Stoff ist in unmittelbarer Nähe des Produktnamens in prominenter Größe anzugeben:

  • es muss der Hinweis erfolgen, dass z. B. anstelle von Käse eine Pflanzenfettmischung verwendet wurde
  • Wurde "Klebefleisch" verwendet, so ist durch den Zusatz "aus Fleischstücken zusammengefügt" darauf hinzuweisen
  • Gleiches gilt auch bei Fischereierzeugnissen

Mindestschriftgröße

Die Angaben müssen in einer Schriftgröße von mindestens 1,2 mm, bezogen auf die Größe der Kleinbuchstaben, unter Berücksichtigung von Kontrast und Schrift gemacht werden.

Bislang bestand keine verpflichtende Mindestschriftgröße. Die Angaben müssen nur "deutlich sicht- und lesbar" angebracht werden. Hier konnte ein wichtiges Anliegen Österreichs durchgesetzt werden.

Verpflichtende Herkungskennzeichnung für Fleisch

Seit 1. April 2015 muss neben der bereits bestehenden verpflichtenden Kennzeichnung der Herkunft von Rindfleisch auch bei verpacktem frischen Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch die Herkunft auf dem Etikett angegeben werden. Die Kennzeichnungspflicht gilt nicht für unverpacktes oder verarbeitetes Fleisch. Die Gastronomie muss somit die Herkunft des angebotenen Fleisches nicht angeben.

Die Neuerungen sollen dem Informationsbedürfnis der VerbraucherInnen Rechnung tragen und sie in die Lage versetzen, eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen.

Verpflichtende Angaben auf dem Etikett:

Auf dem Etikett von verpacktem frischen Fleisch muss hinsichtlich der Herkunftskennzeichnung folgendes angegeben sein:

  • Aufgezogen in: + Name des Mitgliedstaats oder Drittlands
  • Geschlachtet in: + Name des Mitgliedstaats oder Drittlands
  • Die Partienummer, anhand der das Fleisch identifiziert werden kann.

Werden die in der Durchführungsverordnung vorgesehenen Zeiten der Aufzucht in keinem der Staaten, in denen das Tier aufgezogen wurde, erreicht, so dürfen entweder alle Staaten angeführt werden, in denen das Tier aufgezogen wurde, oder je nach Fall folgende Bezeichnungen aufscheinen:

  • "Aufgezogen in mehreren Mitgliedstaaten der EU"
  • "Aufgezogen in mehreren Nicht-EU-Ländern"
  • "Aufgezogen in mehreren EU- und Nicht-EU-Ländern"

Was bedeutet die Angabe "Ursprung" auf dem Etikett?

Die Angabe "Ursprung" stellt eine besondere Auszeichnung dar. An der Verankerung dieser Bezeichnung war Österreich wesentlich beteiligt. Diese Angabe darf nur gemacht werden, wenn das Tier in ein- und demselben Land geboren, aufgezogen und geschlachtet wurde. "Ursprung Österreich" bezeichnet also Fleisch, das zu 100 Prozent aus Österreich stammt.

 

Gesetzliche Grundlagen:

Warnhinweise auf koffeinhaltigen Lebensmitteln

Auf bestimmten koffeinhaltigen Lebensmitteln, z. B. "Energy Drinks" müssen Warnhinweise für Kinder, Schwangere und Stillende angebracht werden.

Bislang:
Verpflichtung für Getränke ab einem bestimmten Koffeingehalt den Hinweis "erhöhter Koffeingehalt" anzubringen.

Neu:
Warnhinweise für spezielle Verbrauchergruppen wie Kinder, Schwangere und Stillende.

Nanokennzeichnung

Alle Zutaten, die in Form von technisch hergestellter Nanomaterialien vorhanden sind, müssen in der Zutatenliste eindeutig angeführt werden.

Nach der Zutat muss "Nano" in Klammern angeführt werden.

(13.12.2016)











Rechtstexte als Download:

Verordnung (EU) Nr. 1169/2011
Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 vom 25. Oktober 2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1924/2006 und (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinie 87/250/EWG der Kommission, der Richtlinie 90/496/EWG des Rates, der Richtlinie 1999/10/EG der Kommission, der Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 2002/67/EG und 2008/5/EG der Kommission und der Verordnung (EG) Nr. 608/2004 der Kommission (ABl. Nr. L 304 vom 22. November 2011 idF. ABl. Nr. L 306/2013, ABl. Nr. L 27/2014 und ABl. Nr. L 327/2015)

Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1337/2013
Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1337/2013 vom 13. Dezember 2013 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Angabe des Ursprungslandes bzw, Herkunftsortes von frischem, gekühltem oder gefrorenem Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch (ABl. Nr. L 335 vom 14. Dezember 2013)

Durchführungsverordnung (EU) Nr. 828/2014
Durchführungsverordnung (EU) Nr. 828/2014 vom 30. Juli 2014 über die Anforderungen an die Bereitstellung von Informationen für Verbraucher über das Nichtvorhandensein oder des reduzierten Vorhandensein von Gluten in Lebensmitteln /ABl. Nr. L 228 vom 31. Juli 2014)

(23.3.2018)