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Afrikanische Schweinepest (ASP) - Details

African Swine Fever (ASF), Afrikanische Schweinepest (ASP) betrifft Schweine

Informationen zur Seuchenlage

Am 14. August wurde das Auftreten der ASP auf mehreren Kleinbetrieben in der Nähe Belgrads (Serbien) gemeldet, es handelt sich um die ersten Fälle in Serbien.

Am 25.07.2019 verzeichnete die Slowakei ihren ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Hausschweinen im Osten des Landes an der Grenze zu Ungarn.

In Rumänien, welches bis Juni 2019 nur vereinzelte Fälle in sogenannten „Hinterhofhaltungen“ verzeichnete, kam es ab diesem Zeitpunkt zu einem starken Anstieg der ASP Ausbrüche. Betroffen sind sowohl die Wildschweinpopulation, als auch kommerzielle Schweinehaltungen.

Ungarn meldete bereits am 23. April 2018 seinen ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein. Das verendete Tier wurde im Bezirk Heves, nordöstlich von Budapest und ca. 50 km von der Slowakischen Grenze entfernt, aufgefunden. Seitdem wurden auch in Ostungarn nahe der Ukrainischen Grenze zahlreiche weitere, an ASP verendete Wildschweine gefunden, große Teile Ungarns sind bereits als Restriktionszonen ausgewiesen. 

In Tschechien, wo die ASP erstmalig am 27. Juni 2017, nur 80km entfernt von der österreichischen Staatsgrenze  festgestellt wurde, konnte durch den Einsatz umfangreicher Maßnahmen eine Ausbreitung auf andere Regionen verhindert und die Tierseuche sogar getilgt werden. 

Da die Fälle in Tschechien sehr weit entfernt vom damaligen Ausbreitungsgebiet aufgetreten sind, gingen die tschechischen Behörden davon aus, dass die Seuche nicht von infizierten Tieren verschleppt wurde, sondern der Ausbruch auf weggeworfene Lebensmittelzurückzuführen ist. Ein ähnliches Szenario wird auch in einer Region in Belgien vermutet, wo seit September 2018 immer wieder Ausbrüche beim Wildschwein festgestellt werden.

Der erste EU Mitgliedsstaat welcher ASP Ausbrüche verzeichnet hat war Litauen - bereits Anfang 2014 wurden die ersten Fälle bei Wildschweinen gemeldet, kurz darauf trat die ASP auch in Polen, Estland und Lettland auf. Seitdem wurden in diesen Ländern mehrere tausend Fälle von ASP sowohl in der Wildschweinepopulation, als auch in Hausschweinebeständen in den grenznahen Gebieten zu Russland und Weißrussland festgestellt. Die Ukraine und Rumänien sind ebenfalls schon seit 2017 betroffen.

Aktuell kommt die ASP in den EU-Mitgliedsstaaten Belgien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, der Slowakei, den Baltischen Staaten und Polen, sowie in den EU-Anrainerstaaten Russland, Moldawien, der Ukraine und Serbien vor. Von einem Vorkommen in weiteren nicht-EU-Staaten Osteuropas (die nicht an das Europäische Meldesystem angeschlossen sind) kann ausgegangen werden.

Eine regelmäßig aktualisierte Darstellung der Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest in der EU auf Basis der internationalen Tierseuchenmeldungen im ADNS (Animal Disease Notification System) finden Sie hier

Das OIE (Internationales Tierseuchenamt) erstellt zweiwöchentlich eine Zusammenfassung der weltweiten ASP- Situation.

Bekämpfungsmaßnahmen und Rechtsgrundlagen

Bei einem Auftreten der ASP in Hausschweinebeständen ist nach dem Tierseuchengesetz und der Verordnung zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest vorzugehen. Alle Tiere des Betriebes müssen getötet werden, Erst nach gründlicher Reinigung und Desinfektion des Betriebes und nach Einhaltung festgelegter Wartezeiten können neue Tiere eingestallt werden. Um den Ausbruchsort sind Schutz- und Überwachungszonen mit einem Radius von 3 bzw 10 km einzurichten, in welchen Maßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche zu setzen sind.   

Wird die ASP „nur“ im Wildtierbestand festgestellt dann sind unter Berücksichtigung der Wildschweinhabitate entsprechende Restriktionsgebiete festzulegen und ein spezifischer Tilgungsplan ist zu erstellen. Rechtsgrundlage hierfür stellt die Wildschweinepestverordnung dar.

In Ergänzung der oben genannten Maßnahmen kommen bei Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest umfangreiche Handelsrestriktionen der EU zur Geltung, die darauf abzielen, eine Ausbreitung  der Tierseuche zu verhindern. Die zu setzenden Restriktionen und die Ausmaße der Regionen sind derzeit im Durchführungsbeschluss 2014/709/EU der Kommission festgelegt und reglementieren den Handel mit lebenden Schweinen aber auch Produkten (Fleisch und verarbeitete Produkte) in betroffenen Gebieten.

Dabei werden drei Regionen unterschieden:

  • Vorkommen in Hauschweinebeständen (part III)
  • Vorkommen in Wildschweinebeständen (part II)
  • Pufferzone (part I)

ASP Regionalisierung gemäß DfB 2014/709/EU ASP Regionalisierung gemäß DfB 2014/709/EU Bild vergrößern

Rechtsgrundlagen zur Bekämpfung und Hintanhaltung der ASP per Juni 2017 Präsentation
European Commission - African swine fever
Richtlinie 2002/60/EG des Rates vom 27. Juni 2002
Durchführungsbeschluss 2014/709/EU der Kommission
Durchführungsbeschluss 2014/709/EU - Anhänge
Kriterien zur Festlegung der Regionalisierung

Maßnahmen in Österreich

Aufgrund des ASP-Ausbruches bei Wildschweinen in der Tschechischen Republik wurde per Verordnung ein gefährdetes Gebiet festgelegt. Dieses umfasst alle nördlich der Donau gelegenen Gebiete folgender Verwaltungsbezirke: Hollabrunn, Tulln, Korneuburg, Mistelbach, Bruck an der Leitha, Gänserndorf, alle Wiener Bezirke. 

ASP gefährdetes Gebiet ASP gefährdetes Gebiet (zum Vergrößern anklicken) Bild vergrößern

Im genannten Gebiet

  • sind alle verendet aufgefundenen Wildschweine der Behörde zu melden. Es sind von einem amtlichen Tierarzt Proben zu entnehmen und die seuchensichere Entsorgung der Tierkörper und des sonstigen Tiermaterials zu veranlassen.
  • alle Betriebe mit Freilandhaltung sowie 10% der Betriebe mit Auslaufhaltung wurden von amtlichen Tierärztinnen und Tierärzten klinisch untersucht, regelmäßig sind an  diesen Betrieben Proben zu ziehen und auf ASP zu untersuchen.
  • bei der Jagd auf Wildschweine ist von den Jagdausübungsberechtigten dafür Sorge zu tragen, dass
  1. die Bejagung so erfolgt, dass die Ausbreitung der etwaig vorhandenen Seuche bestmöglich hintangehalten wird;
  2. jeder direkte oder indirekte Kontakt des Tierkörpers oder des Fleisches mit Hausschweinen vermieden wird und
  3. sonstige bei der Jagd angefallene Tiermaterialien möglichst einer seuchensicheren Entsorgung zugeführt werden
  • Schweine in Auslaufhaltung sind jedenfalls während der Dämmerungs- und Nachtstunden im Stallinnenbereich zu halten.
  • Ein  Monitoringsystem wurde implementiert, das eine frühzeitige Feststellung von ASP-Fällen bei Wildschweinen ermöglichen soll. 

ASP 2018 ASP Screening 2018 Bild vergrößern

ASP 2017 ASP Screening 2017 Bild vergrößern

Weitere Informationen

GF-TADs Handbook on African Swine Fever in wild boar and biosecurity during hunting
EFSA Epidemiological Analysis
EFSA measures to prevent introduction
EFSA Role of tick vectors
EFSA Scientific opinion ASF

Standing Group of Experts on African swine fever in the Baltic and Eastern Europe Region 
Guidelines on surveillance and control of African swine fever in feral pigs and preventive measures for pig Holdings

(01.10.2018)