Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zur Reichweitenmessung zu.

Mehr Informationen

Afrikanische Schweinepest (ASP) - Details

African Swine Fever (ASF), Afrikanische Schweinepest (ASP) betrifft Schweine

Informationen zur aktuellen Seuchenlage - Stand 13.02.2018

Am 27. Juni 2017 wurde das Gesundheitsministerium von den Tschechischen Veterinärbehörden darüber informiert, dass in Zlin (Entfernung zur Österreichischen Staatsgrenze ca. 80 km) Afrikanische Schweinepest bei zwei Wildschweinen festgestellt wurde. Die Tschechischen Veterinärbehörden setzen seitdem umfangreiche Maßnahmen zur Vermeidung einer Ausbreitung auf andere Regionen. Da die Fälle in Tschechien sehr weit entfernt von den bisherigen Ausbrüchen aufgetreten sind, gehen die tschechischen Behörden davon aus, dass die Übertragung nicht von infizierten Tieren verschleppt wurde, sondern durch weggeworfene Lebensmittel erfolgt sein könnte. Seitdem wurden zahlreiche weitere Wildschweine positiv auf ASP getestet, wobei sich sämtliche Fälle auf die Region Zlin beschränken.

Bereits Anfang 2014 meldeten die litauischen Veterinärbehörden erstmals ASP-positive Befunde bei Wildschweinen, kurz darauf waren auch Polen, Estland und Lettland von der Afrikanischen Schweinepest betroffen. Seitdem wurden in diesen Ländern mehrere tausend Fälle von ASP sowohl in der Wildschweine-population, als auch in Hausschweinebeständen in den grenznahen Gebieten zu Russland und Weißrussland festgestellt. Seit Beginn des Jahres 2017 waren auch vermehrt Ausbrüche bei Hausschweinen und Wildschweinen in der Ukraine zu verzeichnen, auch in Rumänien wurden Fälle nahe der Grenze zu Ungarn und der Ukraine gemeldet.

Eine wöchentlich aktualisierte Darstellung der Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest in der EU auf Basis der internationalen Tierseuchenmeldungen im ADNS (Animal Disease Notification System) finden Sie hier

Bekämpfungsmaßnahmen und Rechtsgrundlagen

Bei einem Auftreten der ASP in Hausschweinebeständen ist nach dem Tierseuchengesetz und der Schweinepest Verordnung vorzugehen. Alle Tiere des Betriebes müssen getötet werden, Erst nach gründlicher Reinigung und Desinfektion des Betriebes und nach Einhaltung festgelegter Wartezeiten können neue Tiere eingestallt werden. Um den Ausbruchsort sind Schutz- und Überwachungszonen mit einem Radius von 3 bzw 10 km einzurichten, in welchen Maßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche zu setzen sind.   

Wird die ASP „nur“ im Wildtierbestand festgestellt dann sind unter Berücksichtigung der Wildschweinhabitate entsprechende Restriktionsgebiete festzulegen und ein spezifischer Tilgungsplan ist zu erstellen. Rechtsgrundlage hierfür stellt die Wildschweinepestverordnung dar.

In Ergänzung der oben genannten Maßnahmen kommen bei Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest umfangreiche Handelsrestriktionen der EU zur Geltung, die darauf abzielen, eine Ausbreitung  der Tierseuche zu verhindern. Die zu setzenden Restriktionen und die Ausmaße der Regionen sind derzeit im Durchführungsbeschluss 2014/709/EU der Kommission festgelegt und reglementieren den Handel mit lebenden Schweinen aber auch Produkten (Fleisch und verarbeitete Produkte) in betroffenen Gebieten.

Dabei werden drei Regionen unterschieden:

  • Vorkommen in Hauschweinebeständen (part III)
  • Vorkommen in Wildschweinebeständen (part II)
  • Pufferzone (part I)

ASP Regionalisierung gemäß DfB 2014/709/EU ASP Regionalisierung gemäß DfB 2014/709/EU Bild vergrößern

Rechtsgrundlagen zur Bekämpfung und Hintanhaltung der ASP per Juni 2017 Präsentation
European Commission - African swine fever
Richtlinie 2002/60/EG des Rates vom 27. Juni 2002
Durchführungsbeschluss 2014/709/EU der Kommission
Durchführungsbeschluss 2014/709/EU - Anhänge
Kriterien zur Festlegung der Regionalisierung

Maßnahmen in Österreich

Aufgrund des ASP-Ausbruches bei Wildschweinen in der Tschechischen Republik wurde per Verordnung ein gefährdetes Gebiet festgelegt. Dieses umfasst alle nördlich der Donau gelegenen Gebiete folgender Verwaltungsbezirke: Hollabrunn, Tulln, Korneuburg, Mistelbach, Bruck an der Leitha, Gänserndorf, alle Wiener Bezirke. 

ASP gefährdetes Gebiet ASP gefährdetes Gebiet (zum Vergrößern anklicken) Bild vergrößern

Im genannten Gebiet

  • sind alle verendet aufgefundenen Wildschweine der Behörde zu melden. Es sind von einem amtlichen Tierarzt Proben zu entnehmen und die seuchensichere Entsorgung der Tierkörper und des sonstigen Tiermaterials zu veranlassen.
  • alle Betriebe mit Freilandhaltung sowie 10% der Betriebe mit Auslaufhaltung wurden von amtlichen Tierärztinnen und Tierärzten klinisch untersucht, regelmäßig sind an  diesen Betrieben Proben zu ziehen und auf ASP zu untersuchen.
  • bei der Jagd auf Wildschweine ist von den Jagdausübungsberechtigten dafür Sorge zu tragen, dass
  1. die Bejagung so erfolgt, dass die Ausbreitung der etwaig vorhandenen Seuche bestmöglich hintangehalten wird;
  2. jeder direkte oder indirekte Kontakt des Tierkörpers oder des Fleisches mit Hausschweinen vermieden wird und
  3. sonstige bei der Jagd angefallene Tiermaterialien möglichst einer seuchensicheren Entsorgung zugeführt werden. 
  • Schweine in Auslaufhaltung sind jedenfalls während der Dämmerungs- und Nachtstunden im Stallinnenbereich zu halten.
  • Ein  Monitoringsystem wurde implementiert, das eine frühzeitige Feststellung von ASP-Fällen bei Wildschweinen ermöglichen soll. 

ASP 2018 ASP Screening 2018 Bild vergrößern

ASP 2017 ASP Screening 2017 Bild vergrößern

Weitere Informationen

EFSA Epidemiological Analysis
EFSA measures to prevent introduction
EFSA Role of tick vectors
EFSA Scientific opinion ASF

Standing Group of Experts on African swine fever in the Baltic and Eastern Europe Region 
Guidelines on surveillance and control of African swine fever in feral pigs and preventive measures for pig Holdings

(15.02.2018)