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Afrikanische Schweinepest (ASP) - Details

African Swine Fever (ASF), Afrikanische Schweinepest (ASP) betrifft Schweine

Informationen zur Seuchenlage

Nach dem sich die ASP in Polen seit 2014 auf den Ostteil des Landes beschränkt hatte, erfolgte im November 2019 ein großer Sprung Richtung Westen. In Folge wurden Restriktionsgebiete bis an die deutsche Staatsgrenze eingerichtet. Von einer Verschleppung durch den Menschen (z..B. weggeworfene Essensreste) ist auszugehen.

Am 14. August wurde das Auftreten der ASP auf mehreren Kleinbetrieben in der Nähe Belgrads (Serbien) gemeldet, es handelt sich um die ersten Fälle in Serbien.

Am 25.07.2019 verzeichnete die Slowakei ihren ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Hausschweinen im Osten des Landes an der Grenze zu Ungarn.

In Rumänien, welches bis Juni 2019 nur vereinzelte Fälle in sogenannten „Hinterhofhaltungen“ verzeichnete, kam es ab diesem Zeitpunkt zu einem starken Anstieg der ASP Ausbrüche. Betroffen sind sowohl die Wildschweinpopulation, als auch kommerzielle Schweinehaltungen.

Ungarn meldete bereits am 23. April 2018 seinen ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein. Das verendete Tier wurde im Bezirk Heves, nordöstlich von Budapest und ca. 50 km von der Slowakischen Grenze entfernt, aufgefunden. Seitdem wurden auch in Ostungarn nahe der Ukrainischen Grenze zahlreiche weitere, an ASP verendete Wildschweine gefunden, große Teile Ungarns sind bereits als Restriktionszonen ausgewiesen. 

In Tschechien, wo die ASP erstmalig am 27. Juni 2017, nur 80km entfernt von der österreichischen Staatsgrenze  festgestellt wurde, konnte durch den Einsatz umfangreicher Maßnahmen eine Ausbreitung auf andere Regionen verhindert und die Tierseuche sogar getilgt werden. 

Da die Fälle in Tschechien sehr weit entfernt vom damaligen Ausbreitungsgebiet aufgetreten sind, gingen die tschechischen Behörden davon aus, dass die Seuche nicht von infizierten Tieren verschleppt wurde, sondern der Ausbruch auf weggeworfene Lebensmittelzurückzuführen ist. Ein ähnliches Szenario wird auch in einer Region in Belgien vermutet, wo seit September 2018 immer wieder Ausbrüche beim Wildschwein festgestellt werden.

Der erste EU Mitgliedsstaat welcher ASP Ausbrüche verzeichnet hat war Litauen - bereits Anfang 2014 wurden die ersten Fälle bei Wildschweinen gemeldet, kurz darauf trat die ASP auch in Polen, Estland und Lettland auf. Seitdem wurden in diesen Ländern mehrere tausend Fälle von ASP sowohl in der Wildschweinepopulation, als auch in Hausschweinebeständen in den grenznahen Gebieten zu Russland und Weißrussland festgestellt. Die Ukraine und Rumänien sind ebenfalls schon seit 2017 betroffen.

Aktuell kommt die ASP in den EU-Mitgliedsstaaten Belgien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, der Slowakei, den Baltischen Staaten und Polen, sowie in den EU-Anrainerstaaten Russland, Moldawien, der Ukraine und Serbien vor. Von einem Vorkommen in weiteren nicht-EU-Staaten Osteuropas (die nicht an das Europäische Meldesystem angeschlossen sind) kann ausgegangen werden.

Eine regelmäßig aktualisierte Darstellung der Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest in der EU auf Basis der internationalen Tierseuchenmeldungen im ADNS (Animal Disease Notification System) finden Sie hier

Das OIE (Internationales Tierseuchenamt) erstellt zweiwöchentlich eine Zusammenfassung der weltweiten ASP- Situation.

Präsentationen internationaler Organisationen zur ASP 


Bekämpfungsmaßnahmen und Rechtsgrundlagen

Bei einem Auftreten der ASP in Hausschweinebeständen ist nach dem Tierseuchengesetz und der Verordnung zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest vorzugehen. Alle Tiere des Betriebes müssen getötet werden, Erst nach gründlicher Reinigung und Desinfektion des Betriebes und nach Einhaltung festgelegter Wartezeiten können neue Tiere eingestallt werden. Um den Ausbruchsort sind Schutz- und Überwachungszonen mit einem Radius von 3 bzw 10 km einzurichten, in welchen Maßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche zu setzen sind.   

Wird die ASP „nur“ im Wildtierbestand festgestellt dann sind unter Berücksichtigung der Wildschweinhabitate entsprechende Restriktionsgebiete festzulegen und ein spezifischer Tilgungsplan ist zu erstellen. Rechtsgrundlage hierfür stellt die Wildschweinepestverordnung dar.

In Ergänzung der oben genannten Maßnahmen kommen bei Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest umfangreiche Handelsrestriktionen der EU zur Geltung, die darauf abzielen, eine Ausbreitung  der Tierseuche zu verhindern. Die zu setzenden Restriktionen und die Ausmaße der Regionen sind derzeit im Durchführungsbeschluss 2014/709/EU der Kommission festgelegt und reglementieren den Handel mit lebenden Schweinen aber auch Produkten (Fleisch und verarbeitete Produkte) in betroffenen Gebieten.

Dabei werden drei Regionen unterschieden:

  • Vorkommen in Hauschweinebeständen (part III)
  • Vorkommen in Wildschweinebeständen (part II)
  • Pufferzone (part I)

Das Verbringen von lebenden Wildschweinen in andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union und in Drittstaaten ist verboten! Durchführungsbeschluss (EU) 2014/709/EU: Artikel 15 Absatz 3


Rechtsgrundlagen zur Bekämpfung und Hintanhaltung der ASP per Juni 2017 Präsentation
European Commission - African swine fever
Richtlinie 2002/60/EG des Rates vom 27. Juni 2002
Durchführungsbeschluss 2014/709/EU der Kommission
Durchführungsbeschluss 2014/709/EU - Anhänge
Kriterien zur Festlegung der Regionalisierung


Maßnahmen in Österreich

Die Früherkennung allfälliger Seuchenausbrüche ist essenziell um auf einen Eintrag der Seuche möglichst rasch reagieren zu können. Die europäische Seuchenlage erfordert es, den Zustand der österreichischen Wildschweinpopulation im gesamten Bundesgebiet zu beobachten.

Am 15.Dezember 2019 trat daher die ASP-Revisions- und Frühwarnverordnung ASP-Revisions- und Frühwarnverordnung, BGBLA 2019 II 399 in Kraft:

In ganz Österreich sind alle verendet aufgefundenen Wildschweine der Behörde zu melden. Die Bezirksverwaltungsbehörde hat die Entnahme von Proben zu veranlassen, diese sind an das nationale Referenzlabor (AGES) zu senden.

Bei der Jagd auf Wildschweine ist von den Jagdausübungsberechtigten dafür Sorge zu tragen, dass

  • die Bejagung so erfolgt, dass die Ausbreitung der etwaig vorhandenen Seuche bestmöglich hintangehalten wird;
  • jeder direkte oder indirekte Kontakt des Tierkörpers oder des Fleisches mit Hausschweinen vermieden wird;


Wesentlich ist die Einschleppung in schweinehaltende Betriebe zu verhindern. Die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen ist essentiell.

Seit 1. Jänner 2018 ist die Schweinegesundheits-Verordnung-SchwG-VO, BGBl. II Nr. 406/2016 österreichweit in Kraft:

  • Freilandhaltungen haben bestimmte Anforderungen zu erfüllen und sind nach Überprüfung durch die Veterinärbehörden bescheidmäß zu genehmigen;
  • Es gelten unterschiedliche Biosicherheitsstandards je nach Haltungsform und Betriebsgröße;
  • Betriebseigener Kontrollen, Hygienemaßnahmen und Dokumentationsverpflichtungen sind vorgegeben;
  • verpflichtende Zuziehung eines Tierarztes bei bestimmten Anzeichen (z.B. gehäufte Todesfälle, vermehrt Kümmerer, fieberhafte Erkrankungen, etc.);
  • risikobasierte Kontrollen durch Behörde;
  • Einrichtung einer nationalen Schweinegesundheitskommission (Leitlinien, Handbücher, Checklisten);


Weitere Informationen

GF-TADs Handbook on African Swine Fever in wild boar and biosecurity during hunting
EFSA Epidemiological Analysis
EFSA measures to prevent introduction
EFSA Role of tick vectors
EFSA Scientific opinion ASF

Standing Group of Experts on African swine fever in the Baltic and Eastern Europe Region (GF-TADs zum Thema ASF)

Guidelines on surveillance and control of African swine fever in feral pigs and preventive measures for pig Holdings

(19.12.2019)