Bovine Virusdiarrhoe (BVD)

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Aktuelles zur Bovinen Virusdiarrhoe

Aktuell liegen keine neuen fachlichen oder epidemiologischen Entwicklungen zur Bovinen Virusdiarrhoe (BVD) in Österreich vor.

Was ist die Bovine Virusdiarrhoe?

BVD ist eine weltweit auftretende infektiöse Viruserkrankung der Rinder (Bovines Virusdiarrhoe-Virus), die massive wirtschaftliche Schäden für Rinderhalter durch Ausfälle infolge Verwerfensfälle, Nachgeburtsverhalten, Fruchtbarkeitsstörungen, Euterentzündungen, Milchzellzahlerhöhungen, Darm- und Lungenentzündungen sowie die Geburt lebensschwacher oder missgebildeter Kälber, verursacht. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 1–3 Tage. Menschen können sich nicht mit dem BVD-Virus infizieren.

Die Übertragung von BVD-Viren erfolgt sowohl horizontal durch direkten oder indirekten Kontakt über Körpersekrete, kontaminierte Futtermittel oder Stallumgebung als auch vertikal durch Übertragung von der infizierten Mutter auf den Fötus während der Trächtigkeit. Besonders bedeutend sind dabei persistierend infizierte (PI) Tiere, die bereits im Mutterleib infiziert wurden und das Virus zeitlebens in hohen Mengen ausscheiden, ohne selbst immer klinische Symptome zu zeigen. PI-Tiere gelten als wichtigste Infektionsquelle in Beständen.

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Verbreitung / Lage in Österreich

Österreich ist seit dem 17. Februar 2022 amtlich anerkannt frei von Boviner Virusdiarrhoe.

Verbreitung / Lage in Europa

In Staaten mit systematischen Eradikationsprogrammen ist die Prävalenz persistierend infizierter (PI) Tiere sehr niedrig. Mehrere europäische Länder haben bereits den Status „anerkannt frei von BVD“ erreicht: Neben Österreich gelten mit Stand Dezember 2025 auch Deutschland, Dänemark, Finnland und Schweden als anerkannt BVD-frei. Im laufenden Jahr wurden in Europa nur vereinzelt Nachweise des BVD-Virus festgestellt.

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Bekämpfung / Maßnahmen

Überwachungsprogramm

Bereits im Jahr 2004 wurde in Österreich ein amtliches Programm zur Bekämpfung der Bovinen Virusdiarrhoe (BVD) eingeführt.

Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2022/214 der Kommission vom 17. Februar 2022, hat Österreich für das gesamte Hoheitsgebiet den Status „seuchenfrei“ in Bezug auf BVD erhalten.

Um den Status „seuchenfrei“ in Bezug auf BVD aufrechterhalten zu können, ist ein jährliches Überwachungsprogramm erforderlich. Dieses setzt sich zusammen aus:

  • Blutproben des BLI-Untersuchungsprogramms
  • Blutproben von Betrieben mit erhöhtem BVD – Risiko
  • Flächendeckende Beprobung aller Milchviehbetriebe über Tankmilchuntersuchungen

Die Impfung gegen BVD ist in Österreich verboten , außerdem dürfen Rinder, welche gegen BVD geimpft wurden, nicht nach Österreich verbracht werden.

Rechtsinformation

Seit 21. April 2021 sind die Bestimmungen des Animal Health Law, Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2020/689 der Kommission maßgebend.

BVD Verordnung 2007

Hier finden Sie den Text der Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend über ein Untersuchungsprogramm zur Bekämpfung der Bovinen Virusdiarrhöe und der Mucosal Disease bei Rindern (BVD-Verordnung 2007).

BVD-Verordnung 2007, BGBl. II Nr. 178/2007 (7 KB)

Weitere Informationen

AGES zum Thema BVD

WOAH - World Organization for Animal Health

Letzte Aktualisierung: 17.12.2025