Amerikanische Faulbrut Paenibacillus larvae

Geisselzopf Amerikanische Faulbrut
Amerikanische Faulbrut: Geißelzopf, 1000-fache Vergößerung (© FLI, M. Schäfer)
Inhaltsverzeichnis

Aktuelles

Aktuelle Ausbrüche der Amerikanischen Faulbrut sind in der Zonenkarte des AHDS-Portals der AGES abrufbar.
Über die interaktive Karte können bestehende Sperrzonen eingesehen werden.

Was ist die amerikanische Faulbrut?

Bei der Bösartigen Faulbrut (Amerikanischen Faulbrut, AFB) handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Bienenbrut mit hoher Kontagiösität, welche mit hohen wirtschaftlichen Verlusten einhergeht. Die Amerikanische Faulbrut ist eine weltweit vorkommende Erkrankung der Bienenbrut.

Erreger

Paenibacillus larvae ist ein begeißeltes Stäbchenbakterium und überlebt außerhalb der Bienen in Sporenform (Dauerform). Hohe Tenazität: Sporen bleiben jahrzehntelang infektiös. Sie sind resistent gegen Trockenheit, Nässe, Hitze und Kälte.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt von Biene zu Biene oder Volk zu Volk durch Sporen.
Die Infektion der Maden erfolgt peroral über sporenhaltiges Futter. Die Streckmaden oder Vorpuppen sterben ab. Bienen nehmen beim Putzen die Sporen auf und übertragen diese bei der Fütterung auf eine neue Brut. Die Übertragung von Volk zu Volk erfolgt meist über Futter (Räuberbienen, kontaminierte Bienenfuttermittel oder Honig), Imker, Waben, andere Gerätschaften oder durch zugekaufte Bienen.

Symptome

Die Inkubationszeit beträgt 15 Tage. Der Tod der befallenen Maden tritt meist erst nach Deckelung im Streckmaden- oder Puppenstadium ein. Die Larven verwandeln sich in eine gelbbraune, immer dunkler werdende, gummiartige, stark fadenziehende Masse. Die Zelldeckel der befallenen Waben sinken ein und bekommen Löcher, der hochinfektiöse Zellinhalt trocknet ein und liegt als schwer entfernbarer Schorf am Zellboden. Die frische Infektion riecht nach Topfen.

Paenibacillus_larvae, Amerikanische Faulbrut
Typisches Fadenziehen der Amerikanischen Faulbrut zur Diagnose der Krankheit.

Diagnose

Bei jeder Völkerkontrolle auf das Brutbild achten - Verdacht bei lückenhaften Brutflächen. Mikroskopischer Nachweis von grampositiven Stäbchen und Sporen im kranken Larvenmaterial; Nachweis von Sporen in der Honig-, Larven- oder Bienenkultur sowie Erregeridentifizierung mittels PCR. Der Erregernachweis ist auch aus Honig- oder Futterkranzproben möglich, auch in jenen Fällen, in denen noch keine klinischen Symptome sichtbar geworden sind. Differenzialdiagnosen andere Brutkrankheiten.

Untersuchungsmaterial

Wabenproben, mindestens 10x20 cm großes Wabenstück. Weitere Anforderungen für das Einsenden von Untersuchungsmaterial finden Sie im AGES Merkblatt zur Probeneinsendung.

Weitere Informationen zur amerikanischen Faulbrut finden Sie auf der AGES Webseite.

Vorkommen

Weltweit

Bekämpfung

In Österreich ist keine medikamentöse Krankheitsbekämpfung erlaubt (Rückstand in Honig), es erfolgt eine biotechnische Bekämpfung über das Kehrschwarmverfahren (siehe AGES).

Jeder Verdacht auf Amerikanische Faulbrut ist der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt zu melden!

Weitere Informationen

Richtlinien zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut der Bienen in Österreich (PDF, 104 KB)
Informationen der AGES zu Amerikanischer Faulbrut
World Organisation for Animal Health OIE

Letzte Aktualisierung: 02.03.2026