Kleiner Bienenstockkäfer Aethina tumida
Aktuelles
In Europa wurde der kleine Bienenstockkäfer erstmals im Jahr 2014 in Süditalien festgestellt. Bislang liegen keine Hinweise auf eine weitere Ausbreitung innerhalb Europas vor.
Was ist der kleine Bienenstockkäfer?
Erreger
Der Kleine Bienenstockkäfer (Aethina tumida) ist ein etwa 5 mm langer und 3 mm breiter, dunkelbrauner, flugfähiger Schädling der Honigbiene. Er hält sich bevorzugt in schwer zugänglichen Bereichen des Bienenstocks auf, wo er sich versteckt und vermehrt. Die Weibchen legen bis zu tausend weißliche, bohnenförmige Eier paketweise in Ritzen sowie unter den Wabendeckeln ab. Aus diesen Eiern entwickeln sich weißliche, madenähnliche Larven, die sich in den Waben von Honig, Pollen und Brut ernähren. Der dabei vergorene Honig weist häufig einen fauligen Geruch auf.
Die Schäden werden vor allem durch die Larven verursacht. Dazu zählen Kotverunreinigungen und die Fermentation des Honigs sowie die fortschreitende Zerstörung der Waben bis hin zu deren Zusammenbruch. In weiterer Folge kann es zu einer erheblichen Schwächung des Bienenvolkes kommen, die im Extremfall zum Verlassen des Bienenstocks führt. Ein Befall kann zudem unbemerkt bleiben, da sich der Schädling auch ohne deutlich erkennbare Symptome entwickeln kann (subklinischer Befall)
Übertragung
Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch das Ausschwärmen adulter Käfer. Eine weitere Verbreitung ist durch die Wanderimkerei sowie durch den Transport von Imkereimaterial und Obst möglich.
AGES: Detaillierte Informationen zum Kleinen Bienenstockkäfer
Verbreitung / Lage
Der Käfer ist in Afrika südlich der Sahara beheimatet, wo er nur geringe Schäden verursacht. Die Verschleppung erfolgte nach Nordamerika, Australien und Ägypten. In Portugal wurde er rechtzeitig erkannt und schnell ausgerottet.
Der Kleine Bienenstockkäfer (Aethina tumida) wurde im September 2014 erstmals in Italien in den Regionen Kalabrien und Sizilien nachgewiesen. In der Folge wurden umgehend Bekämpfungs- und Überwachungsmaßnahmen eingeleitet sowie Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet.
Auch in den Folgejahren kam es in Süditalien (insbesondere in Kalabrien) zu weiteren Nachweisen im Rahmen des bestehenden Monitoringprogramms. Die befallenen Bienenvölker wurden jeweils vernichtet und die Kontrollen in den betroffenen Gebieten fortgeführt.
Der Erreger ist weiterhin auf Süditalien begrenzt. Eine Ausbreitung in andere Regionen Europas wurde bislang nicht festgestellt.
Derzeit kommt der Kleine Bienenstockkäfer nicht in Österreich vor.
Bekämpfung und Maßnahmen
Jeder Verdacht auf einen Befall mit dem Kleinen Bienenstockkäfer ist unverzüglich der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Amtstierärztin oder Amtstierarzt) zu melden.
Beim Befall mit Aethina tumida (Kleiner Bienenstockkäfer) handelt es sich um eine meldepflichtige Tierseuche. Sowohl der bestätigte Befall als auch bereits der Verdacht des Vorkommens sind gemäß § 36 Tiergesundheitsgesetz 2024 (TGG 2024) der Bezirksverwaltungsbehörde zu melden.
Gemäß Art. 48 und 51 der delegierten Verordnung (EU) 2020/688 sind Verbringungen von Bienen/Hummeln aus Gebieten, in denen in einem Umkreis von mindestens 100 km Radius keine Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Verdacht oder dem bestätigten Vorkommen des Kleinen Bienenstockkäfers in Kraft sind, gestattet.
Da das tatsächliche Verbreitungsgebiet des Schädlings nicht abschließend bekannt ist, wird aus Gründen der Vorsorge davon abgeraten, Bienenvölker, Bienenköniginnen oder gebrauchte Imkereiausrüstung aus Italien zu importieren oder im Rahmen der Wanderimkerei nach Österreich (rück)zuverbringen.
Der Schutz des heimischen Bienenbestandes beruht insbesondere auf konsequenter Vorsorge und guter imkerlicher Praxis. Dazu zählen die regelmäßige Kontrolle der Völker, das frühzeitige Erkennen eines Befalls sowie die fachgerechte Eliminierung des Schädlings.
Weitere Informationen
AGES-Info zu Bienenstockkäfer
Uni Graz
COLOSS
www.oie.int
www.aca.at
www.imkerbund.at
Istituto Zooprofilattico Sperimentale delle Venezie
EU-Referenzlabor für Bienenkrankheiten
Letzte Aktualisierung: 03.03.2026