Varroamilbe (Varroose) Varroa destructor

Varroa destructor
Varroa destructor: adultes Männchen
Inhaltsverzeichnis

Was ist die Varroose?

Die Varroose ist eine durch Milben verursachte Krankheit der Bienen, bei der vor allem die Brut geschädigt wird. Sie schwächt die Bienenvölker, führt zu Missbildungen bei Jungbienen und erhöht die Anfälligkeit für weitere, insbesondere virale Erkrankungen.

Erreger

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine braun gefärbte, querovale Milbe von etwa 1,3 mm Länge und 1,7 mm Breite. Weibliche Milben sitzen auf erwachsenen Bienen und ernähren sich von deren Hämolymphe. Zur Fortpflanzung dringen sie in verdeckelungsreife Brutzellen ein, saugen an Streckmaden, Vorpuppen und Puppen und legen dort ihre Eier ab.

Die Milbenlarven entwickeln sich in der Brutzelle und ernähren sich ebenfalls von der Bienenbrut. Die Männchen leben nur in der verdeckelten Brutzelle und sterben nach der Begattung. Die begatteten Weibchen schlüpfen gemeinsam mit der befallenen Biene, wechseln auf andere Bienen über und befallen nach einigen Tagen erneut Brutzellen.

Die Zahl der Milben im Gemüll gibt Hinweise auf den Befallsgrad eines Volkes. Als Faustregel gilt: Während der Brutzeit kann sich die Varroapopulation etwa monatlich verdoppeln.

Übertragung

Die Übertragung der Varroamilbe zwischen Bienenvölkern erfolgt vor allem durch Räuberei, Verflug von Arbeiterinnen und Drohnen, Schwärme sowie durch imkerliche Tätigkeiten. Die Infektion erfolgt durch adulte Milben, die ihre Eier bevorzugt in verdeckelte Drohnenbrut legen, in der meist ein stärkerer Befall auftritt.

Die wichtigsten Informationen zur Biologie der Varroamilbe und zu den Symptomen der Varroose sind in diesem Video der AGES zusammengefasst.

Weiterführende Informationen über die Varroamilbe finden Sie auf der AGES-Homepage.

Symptome

Die Drohnenbrut wird bevorzugt von Varroamilben befallen. Bei der Kontrolle verdeckelter Brutzellen können Milben in verschiedenen Entwicklungsstadien festgestellt werden. Befallene Bienen entwickeln sich häufig missgebildet, weisen ein geringeres Gewicht und eine verkürzte Lebensdauer auf; Drohnen können zudem unfruchtbar sein. Viele dieser Jungbienen sterben frühzeitig, wodurch die Volksstärke abnimmt.

Auch adulte Bienen werden durch den Entzug von Hämolymphe geschwächt. Dies führt zu verminderter Brutpflege sowie zu Störungen im Ausflugs- und Sammelverhalten. Bei starkem Befall können Milben auf den Bienen sichtbar werden. Zudem steigt die Anfälligkeit der Völker für Sekundärinfektionen, insbesondere durch Viren und Bakterien.

Bienenvölker können eine gewisse Anzahl an Varroamilben zunächst tolerieren, ohne deutliche Krankheitssymptome zu zeigen. Ein starker Befall stört jedoch die Sozialstruktur des Volkes und kann zu Leistungs- und Völkerverlusten führen.

Verbreitung / Lage

Die Varroose ist eine weltweit vorkommende Erkrankung der westlichen Honigbienen.

Der Varroa-Warndienst informiert über den prognostizierten Varroabefall in Österreich und gibt Empfehlungen zu Kontrollen und Maßnahmen. Imker:innen können ihre Region auswählen und eine standortspezifische Prognose erstellen lassen.

Bekämpfung / Maßnahmen

Die Varroose ist eine Krankheit der Bienen, die dann anzeigepflichtig wird, wenn sie seuchenhaft auftritt, d.h. bei drohendem oder erfolgtem Absterben von mindestens 30 % der Völker eines Bienenstandes.

Jeder Verdacht auf Varroose ist der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt zu melden.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2026