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Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS)

Forellenseuche, Egtved-Krankheit. Betrifft Fische.

Allgemeines und Ätiologie

Die Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS) ist eine virusbedingte Krankheit der Salmoniden, die durch ein Rhabdovirus verursacht wird. Als anfällige Arten gemäß Anhang A, Liste II, Richtlinie 91/67/EWG gelten Salmonidenarten, Äsche (Thymallus thymallus), Maräne (Coregonus sp.) , Hecht (Esox lucius) und Steinbutt (Scophthalmus maximus). Klinisch apparent erkranken vor allem Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) und Bachforelle (Salmo trutta) sowie unter Aquakulturbedingungen Seeforelle (Salmo trutta), Huchen (Hucho hucho), Äsche, Atlantischer Lachs (Salmo salar) und der Hecht. Coregonen (Maränen, Renken) und Saiblinge (Salvelinus sp.) erkranken nicht, sind aber Virusträger. Das VHS-V wurde auch in verschiedenen Oncorhynchus-Arten und marinen Fischspezies wie Kabeljau (Gadus macrocephalus) und Hering (Clupea harengus) nachgewiesen werden.

Der klinische Krankheitsverlauf betrifft alle Altersklassen. Bei Jungfischen (Setzlingen) und Temperaturen < 14 °C sind Verluste bis zu 90 % möglich. Neben der Temperatur entscheidet auch die Virulenz des Virusstammes, die Kondition, der Immunstatus sowie Stresssituationen bei den Fischen über Ausbruch und Verlauf dieser Seuche.

Klinik

Die klinischen Veränderungen hängen davon ab, ob VHS akut, chronisch oder als nervöse Verlaufsform auftritt. Die akute Phase zeichnet sich durch Inappetenz und Apathie aus; die Fische sammeln sich am Rand der Hälterungseinheiten (Randsteher) Dunkelfärbung, Exophthalmus, Blutungen im Auge, Blutungen in der Haut vor allem an den Flossenansätzen und blassen Kiemen fallen auf. In der chronischen Phase treten vor allem Dunkelfärbung und Glotzaugen häufig auf, die Blutungen sind ausgeprägter. Die nervöse Form äußert sich lediglich durch Drehungen um die Längsachse.

Epidemiologie

Horizontale Übertragung von Fisch zu Fisch, wobei symptomlose Carrier eine große Rolle spielen, und über das Wasser. Beim Zukauf von Eiern kann das Virus der Eioberfläche anhaftend eingeschleppt werden. Geräte und Personal bilden ebenfalls Übertragungswege. Auch Wassergeflügel kommt bei der Erregerverbreitung eine Rolle zu.

Das VHS-Virus persistiert in Fischen, die die Krankheit überstanden haben.

Verbreitung

Das VHS-Virus ist an der Westküste Nordamerikas und in ganz Europa verbreitet. Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien und Irland gelten als frei von VHS.

Einschleppungsrisiko

Vor allem durch Handel mit seuchenkranken, seuchenverdächtigen und ansteckungsverdächtigen Fischen sowie kontaminierten Eiern. Infizierte Fische aus Freigewässern sind als Ansteckungsquelle für Aquakulturbestände anzusehen.

Pathogenese und Pathologie

Als Eintrittspforte für den Erreger der VHS werden die Kiemen angesehen. Entsprechenden einer endoteliotropen Virusinfektion fallen bei der Sektion petechiale Blutungen in der Muskulatur, der Schwimmblasenwand, dem Peritoneum und dem viszeralen Fettgewebe auf; Ansammlung von serös-hämorrhagischem Transsudat in der Leibeshöhle und allgemeine Anämie auf. Der Verdauungstrakt ist nahrungsfrei, enthält jedoch eine klare, wässrige Flüssigkeit. Die beschriebenen Symptome sind nicht einheitlich und nicht nur für VHS typisch. Beim chronischen Krankheitsverlauf dominiert die Anämie, während Hämorrhagien seltener zu beobachten sind. Die nervöse Phase ist vor allem durch die hochgradig geschwollene und grau verfärbte Niere charakterisiert.

Bekämpfung

Fische, bei denen das Virus der VHS nachgewiesen wurde, sind zu töten. Speisefische dürfen unter bestimmten Voraussetzungen in Verkehr gebracht werden.

Weitere Informationen

Leitfaden: VHS - Virale Hämorrhagische Septikämie