Amerikanische Faulbrut

American Foulbrood (AFB). Betrifft Bienen.

Die Amerikanische Faulbrut ist eine weltweit vorkommende Erkrankung der Bienenbrut.

Erreger Bakterium

Paenibacillus larvae, gegeißeltes Stäbchenbakterium, überlebt außerhalb der Bienen in Sporenform (Dauerform). Hohe Tenazität: Sporen bleiben jahrzehntelang infektiös. Sie sind resistent gegen Trockenheit, Nässe, Hitze und Kälte.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt von Biene zu Biene oder Volk zu Volk durch Sporen.
Die Infektion der Maden erfolgt peroral über sporenhaltiges Futter. Die Streckmaden oder Vorpuppen sterben ab. Bienen nehmen beim Putzen die Sporen auf und übertragen diese bei der Fütterung auf eine neue Brut. Die Übertragung von Volk zu Volk erfolgt meist über Futter (Räuberbienen, kontaminierte Bienenfuttermittel oder Honig), Imker, Waben, andere Gerätschaften oder durch zugekaufte Bienen.

Symptome 

Die Inkubationszeit beträgt 15 Tage. Der Tod der befallenen Maden tritt meist erst nach Deckelung im Streckmaden- oder Puppenstadium ein. Die Larven verwandeln sich in eine gelbbraune, immer dunkler werdende, gummiartige, stark fadenziehende Masse. Die Zelldeckel der befallenen Waben sinken ein und bekommen Löcher, der hochinfektiöse Zellinhalt trocknet ein und liegt als schwer entfernbarer Schorf am Zellboden. Die frische Infektion riecht nach Topfen. 

Diagnose

Bei jeder Völkerkontrolle auf das Brutbild achten - Verdacht bei lückenhaften Brutflächen. Mikroskopischer Nachweis von grampositiven Stäbchen und Sporen im kranken Larvenmaterial; Nachweis von Sporen in der Honig-, Larven- oder Bienenkultur sowie Erregeridentifizierung mittels PCR. Der Erregernachweis ist auch aus Honig- oder Futterkranzproben möglich, auch in jenen Fällen, in denen noch keine klinischen Symptome sichtbar geworden sind. Differenzialdiagnosen andere Brutkrankheiten. 

Untersuchungsmaterial 

Wabenproben, mindestens 10x20 cm großes Wabenstück. 

Verbreitung

Weltweit

Bekämpfung

In Österreich ist keine medikamentöse Krankheitsbekämpfung erlaubt (Rückstand in Honig), es erfolgt eine biotechnische Bekämpfung über das Kehrschwarmverfahren (siehe AGES).

Jeder Verdacht auf Amerikanische Faulbrut ist der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt zu melden!

Weitere Informationen

Richtlinien zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut der Bienen in Österreich
Informationen der AGES zu Amerikanischer Faulbrut
World Organisation for Animal Health OIE