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Geflügelpest (Vogelgrippe)

Aviäre Influenza (AI), Hoch Pathogene Aviäre Influenza / high pathogen avian influenza (HPAI), Niedrig Pathogene Aviäre Influenza (NPAI) / low pathogen avian influenza (LPAI). Betrifft Geflügel.

Die Klassische Geflügelpest (Vogelgrippe, Aviäre Influenza) ist eine akute, hochansteckende, fieberhaft verlaufende Viruserkrankung der Vögel.

Betrifft Geflügel

Hochempfänglich sind Hühner, Puten und zahlreiche wildlebende Vogelarten.
Enten, Gänse und Tauben erkranken entweder kaum oder zeigen keine Symptome, sind aber für die Erregerverbreitung von Bedeutung.

Erreger: Virus

Eine charakteristische Eigenschaft von Influenzaviren ist, dass durch zufällige Veränderung des Erbmaterials (Mutation) immer wieder neue Merkmale auftreten und sich die Viren dadurch in ihren krankmachenden Eigenschaften stetig verändern. Dies ermöglicht ihnen, dass sie plötzlich andere Tierarten oder den Menschen anstecken können.

Influenzaviren werden in Typ A, B und C unterteilt. Beim Influenzavirus A gibt es verschiedene Subtypen, die sich durch verschiedene Oberflächenantigene (Hämagglutinin, H und Neuraminidase, N) ergeben. Bisher gibt es 16 Hämagglutinin - und 9 Neuraminidase Untertypen. Dementsprechend unterscheidet man bei der Geflügelpest die hochpathogene Form (HPAI) und die niedrigpathogene Form (NPAI, LPAI).

In der Außenwelt sind diese Viren nicht sehr stabil, überleben aber abhängig von der Umgebungstemperatur mehrere Tage bis Wochen in Geflügelfleisch, Eiern, Kot oder Wasser. 

Übertragung

Das Virus wird mit Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit ausgeschieden. Bei starker Staubentwicklung ist auch die indirekte Ansteckung über Luft möglich. Für hochempfängliche Vogelarten können bereits sehr geringe Virusmengen die Erkrankung auslösen.

Symptome bei Geflügel

  • Massenerkrankung
  • hohe Sterblichkeit bei Hühnervögeln
  • schwere respiratorische Symptome
  • grünlich wässriger Durchfall
  • Blutungen an Innenorganen
  • Kammspitzen und Ständern
  • nekrotische Entzündungen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse) 
  • Tracheitis (Entzündung der Luftröhre)
  • Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung)
  • Ödeme im Kopfbereich
  • ausgeprägter Rückgang der Legeleistung
  • Mattigkeit
  • Fieber

Verbreitung

Aviäre Influenza wurde 1878 erstmals in Italien beobachtet. Seit dem sind immer wieder Seuchenzüge in Europa zu beobachten. In Österreich trat die Geflügelpest zuletzt 2006 bei Wildvögeln auf.

Seit 1946 wurden keine hochpathogenen Aviären Influenzaviren in den österreichischen Geflügelbetrieben gefunden. In allen EU-Staaten muss ein AI-Bekämpfungs- und –Überwachungsprogramm durchgeführt werden. So besteht z.B. die Verpflichtung, tot aufgefundene Wasser- und Greifvögel der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt (Bezirkshauptmannschaft bzw. zuständiges Magistrat) zu melden.

Bekämpfung

Aviäre Influenza ist eine hochansteckende, anzeigepflichtige Tierseuche. Jeder Verdacht muss der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt gemeldet werden. 

Die Krankheit beim Menschen („Vogelgrippe")

Ansteckung

Eine Ansteckung erfolgt in der Regel über engen Kontakt mit infiziertem Geflügel, aber nicht durch den Konsum von Fleisch oder anderer Produkte tierischer Herkunft. Es wird vermutet, dass Säugetiere (also auch Menschen) eine sehr große Menge von Viren aufnehmen müssen, um sich zu infizieren. Erkrankt ein Mensch an Influenzaviren A, ist es höchst unwahrscheinlich, dass er weitere damit ansteckt, so dass es bisher noch nicht zu Epidemien beim Menschen gekommen ist. Es besteht also für die Übertragung von H5N1- und H7-Viren sowohl von Vögeln auf den Menschen, als auch von Mensch zu Mensch eine erhebliche Barriere.

Symptome

Erste Symptome treten meist zwei bis fünf Tage nach Ansteckung auf und machen sich durch schwere grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Husten, Atemnot und Halsschmerzen  bemerkbar. In mehr als der Hälfte der Fälle kommt es zu Durchfall, seltener auch zu Erbrechen und Bauchschmerzen. Die hochpathogene Form der Erkrankung entwickelt sich meist zu einer Lungenentzündung, die zu Lungenversagen und schließlich zum Tod führen kann. Nicht alle bei Geflügel hochpathogenen Erkrankungen führen zu Erkrankungen beim Menschen (z.B. H5N8)

Prävention

Am besten lässt sich einer Vogelgrippe vorbeugen, indem man den Kontakt zu infizierten Vögeln vermeidet. Werden tote Wasser- oder Greifvögel aufgefunden, muss die Amtstierärztin / der Amtstierarzt (Bezirkshauptmannschaft bzw. zuständiges Magistrat) verständigt werden. Kadaver von Vögeln sollten nie mit bloßen Händen angefasst werden, auch nicht solche, die von einer Katze nach Hause gebracht wurden. Um tote Vögel zu entsorgen wird empfohlen, Einweghandschuhe zu benutzen, oder wo nicht vorhanden, kann ein Plastiksack über die Hände gestülpt werden. Zwar ist eine Ansteckung mit dem Influenzavirus A unwahrscheinlich, aber da über den Vogelkot verschiedenste andere Krankheiten übertragen werden können, ist diese Maßnahme in jedem Fall sinnvoll.

Überwachung

Ein Überwachungsprogramm zum Screening der österreichischen Hausgeflügel- und Wildvogelpopulationen wird vom Gesundheitsministerium, der AGES und den Bundesländern durchgeführt.

Erhebungen über das Vorkommen von Influenza-Viren in Hausgeflügel- und Wildvogelbeständen in Österreich im Jahr 2016

Weitere Informationen 

Krisenplan zur Bekämpfung der Geflügelpest (Login erforderlich)
Informationen der AGES zu Geflügelpest 
World Organisation of Animal Health OIE

(zuletzt aktualisiert 26.2.2016)