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Geflügelpest (Vogelgrippe)

Aviäre Influenza (AI), Hoch Pathogene Aviäre Influenza / high pathogen avian influenza (HPAI), Niedrig Pathogene Aviäre Influenza (NPAI) / low pathogen avian influenza (LPAI). Betrifft Geflügel.

Aktuelles zur Aviären Influenza (AI)

Situation in Österreich

Am 4. Februar 2021 wurde bei einem verendet aufgefundenen Schwan in Niederösterreich (Klosterneuburg) das Virus der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI, Serotyp H5N8) diagnostiziert. Es handelt sich um den ersten Nachweis von hochpathogener aviären Influenza in Österreich seit dem Jahr 2017. Der derzeit festgestellte Stamm (H5N8) ist für den Menschen nicht gefährlich und wird auch nicht über Lebensmittel übertragen. Aufgrund einer Vielzahl, auch grenznaher, Ausbrüche in Europa ist die Wahrscheinlichkeit eines Eintrags von aviärer Influenza in Österreich stark erhöht und es wird Geflügelhaltern eine gesteigerte Aufmerksamkeit empfohlen. Dies wird auch von einer aktuellen Risikoeinschätzung der nationalen Experten unterstrichen. Gebiete in Österreich mit Gewässern, bei denen beim letzten Seuchenzug 2016/2017 mit demselben Virus Fälle gemeldet wurden, sind Grundlage als Einstufung als Risikogebiet laut Geflügelpestverordnung.

Aktuelle Situation in Österreich: Aviäre Influenze (Geflügelpest, Vogelgrippe)

Zur Verhinderung eines Viruseintrags in Geflügelbestände ist die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen zentral. Geflügelhaltern wird empfohlen, die Biosicherheit in ihren Betrieben zu überprüfen und ggf. zu optimieren. Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden. Dies ist verpflichtend erforderlich in den Gebieten, für die ein erhöhtes Risiko ausgewiesen wurde.

Bei unklaren Gesundheitsproblemen in Geflügelbetrieben wird dringend die Durchführung von Untersuchungen empfohlen. Die Meldung und Untersuchung von krank oder tot aufgefundenen wildlebenden Wasservögeln und Greifvögeln ist ebenfalls für die Früherkennung von Viruseinträgen wichtig.


Situation in Europa

Über das EU-Meldesystem werden seit Oktober 2020 in vielen europäischen Staaten Ausbrüche in Wildvögeln und Geflügelhaltungen gemeldet. Es handelt sich vor allem um den Virusstamm H5N8, eine hochpathogene Form der Geflügelpest. Daneben wird von verschiedenen europäischen Staaten aber auch von Infektionen mit den Virustypen H5N5, H5N4 und H5N1 in geringer Zahl berichtet.

Der derzeit näheste Fall zu Österreich ist in Bayern, wo bei gejagten Wildenten der Erreger nachgewiesen wurde. Die Tiere waren nur wenige km von der österreichischen Grenze entfernt. Aktuelle Tiergesundheitsberichte (Statistiken über Ausbrüche) auf Basis der internationalen Tierseuchenmeldungen ADNS (Animal Disease Notification System der EU) finden Sie wöchentlich aktualisiert hier.

Es ist davon auszugehen, dass sich in den nächsten Wochen viele Vogelarten auf den Weg Richtung Süden machen, wodurch das Risiko für Einträge von aviärer Influenza in Durchzugsgebieten und Überwinterungsgewässern zunimmt. Die Fälle und Ausbrüche von HPAI bei Wild- und Hausvögeln in Westrussland und Kasachstan in den letzten Monaten liegen auf einer bekannten Herbstmigrationsroute für wilde Wasservögel auf dem Weg nach Europa. Die EU hat ihre Mitgliedsstaaten mit Ende September gewarnt und dringend aufgefordert, die Überwachungs- und Biosicherheitsmaßnahmen zu verstärken.


Was ist die Aviäre Influenza (Klassische Geflügelpest)

Die Klassische Geflügelpest (Vogelgrippe, Aviäre Influenza) ist eine akute, hochansteckende, fieberhaft verlaufende Viruserkrankung der Vögel. Hochempfänglich für den Virus sind Hühner, Puten und zahlreiche wildlebende Vogelarten. Enten, Gänse und Tauben erkranken entweder kaum oder zeigen keine Symptome, sind aber für die Erregerverbreitung von Bedeutung. Nähere Informationen zur Krankheit siehe AGES.

Symptome bei Geflügel

Geflügelhalter sollten derzeit bei folgenden Symptomen auch an die Aviäre Influenza denken:

  • Massenerkrankung
  • hohe Sterblichkeit bei Hühnervögeln
  • schwere respiratorische Symptome
  • grünlich wässriger Durchfall
  • Blutungen an Innenorganen
  • Kammspitzen und Ständern
  • nekrotische Entzündungen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse) 
  • Tracheitis (Entzündung der Luftröhre)
  • Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung)
  • Ödeme im Kopfbereich
  • ausgeprägter Rückgang der Legeleistung
  • Mattigkeit
  • Fieber

Um bei diesen Symptomen Geflügelpest ausschließen zu können, ist die lokal zuständige Veterinärbehörde zu informieren. 

Präventionsmaßnahmen

  • Untersuchung verendet aufgefundener Greif- und Wasservögel auf den Erreger der Geflügelpest
  • Anzeigepflicht von Verdachtsfällen bei Hausgeflügel. Jeder Verdacht muss der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt gemeldet werden. 
  • Aktives Überwachungsprogramm beim Hausgeflügel zur Früherkennung allfälliger Ausbrüche
  • Erhöhung von Biosicherheitsmaßnahmen auf Betrieben

Die gesetzlichen Grundlagen der Bekämpfung sind:

  • Geflügelpest-Verordnung BGBl II 2007/309, zuletzt geändert durch BGBl II 2017/84 und BGBl II 2020/546
  • HPAI-Wildvogel-Geflügelpestverordnung, BGBl II 2006/404

Behördliche Maßnahmen im Seuchenfall

Maßnahmen gemäß Richtlinie des Rates 2005/94/EG mit Gemeinschaftsmaßnahmen zur Bekämpfung der Aviären Influenza:

  • Sperre des betroffenen Betriebes
  • Keulung aller empfänglichen Tiere im Seuchenbetrieb
  • Etablierung einer Schutzzone (Mindestradius 3 km um den Seuchenbetrieb) und einer Überwachungszone (Mindestradius 10 km um den Seuchenbetrieb) und Untersuchung aller geflügelhaltenden Betriebe in den Zonen
  • Unschädliche Beseitigung der Tierkadaver
  • Handelsrestriktionen


Weitere Informationen 

Krisenplan zur Bekämpfung der Geflügelpest (Login erforderlich)
Information - Geflügelpest in privaten Haltungen Stand: Jänner 2020
Informationen der AGES zu Geflügelpest 
World Organisation of Animal Health OIE
Erhebungen über das Vorkommen von Influenza-Viren in Hausgeflügel- und Wildvogelbeständen in Österreich im Jahr 2016

Geflügelpest-Verordnung 2007, BGBl 2007/309

Novelle der Geflügelpest-Verordnung 2007, BGBl 2020/546 gilt ab 07.12.2020

Karte zu veröffentlichten Risikogebieten

Presseaussendung Geflügelpest OTS0007 vom 05.12.2020

EFSA/EU Warnung

Presseaussendung Geflügelpest OTS0181 vom 04.02.2021

(zuletzt aktualisiert 05.02.2021)