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Infektiöse Anämie der Salmoniden

Infektiöse Lachsanämie, Infectious Salmon Anaemia (ISA). Betrifft Fische.

Betrifft: Fische

ISA ist eine virusbedingte Krankheit des Atlantischen Lachses (Salmo salar).

Als empfängliche Arten gelten daneben die Meerforelle und die Bachforelle (Salmo trutta) sowie die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), die nicht klinisch apparent erkranken, in denen das Virus jedoch überlebt und sich vermehrt.

Das Virus wurde außerdem in Silberlachs (Oncorhynchus kisutch), Königslachs (Oncorhynchus tshawytscha), Bachsaibling (Arctic char, Salvelinus alpinus), Hering (Clupea harengus) und Köhler (Pollachius virens) nachgewiesen, wobei nicht bei allen Wirten eine Virusvermehrung stattfinden kann.

Erreger: Virus

RNA-Virus der Familie Orthomyxoviridae. Obwohl sich auf Grund der gering angenommenen Virulenz eine Infektion nur langsam weiterverbreitet, kann der Krankheitsausbruch mit hoher Mortalität verbunden sein. Als Krankheitsauslöser wird Stress angesehen, wie z.B. die Behandlung eines Fischbestandes gegen parasitär oder bakteriell bedingte Krankheiten.

Übertragung

Horizontale Übertragung von Fisch zu Fisch durch Urin, Fäzes, Blut und Schleim. Da ISA-Viren außerhalb des Fisches bis zu 48 Stunden überlebensfähig sind (sowohl im Salz- als auch im Süßwasser), kann der Erreger auch mit dem Wasser sowie durch Geräte und Personal übertragen werden. Belebte Vektoren, wie die Lachslaus, können nicht ausgeschlossen werden. Fische, die die Seuche überleben, geben länger als ein Monat das Virus ins Wasser ab. Carrierfische, die nicht erkranken, können das Virus bis zu 7 Monate nach der Infektion beherbergen.

Symptome

Erkrankte Fische sind lethargisch, stehen senkrecht im Wasser oder sinken auf den Grund ab. Äußerliche Anzeichen sind Hautblutungen und Schuppenödeme, Exophthalmus, Blutungen im Auge, Auftreibung des Abdomens und blasse Kiemen auf Grund von Anämie. Klinische Symptome können 2–4 Wochen nach der Infektion auftreten.

Das ISA-Virus hat eine starke Affinität zu den Endothelzellen der Blutgefäße. Weiters werden Leukozyten, unreife Erythrozyten und Leberzellen als Zielzellen für die Replikation angenommen. Die folgenden makroskopischen Veränderungen können beobachtet werden:

  • petechiale Blutungen im Peritoneum, dem viszeralen Fettgewebe und der Niere;
  • Blutstau in Milz und Niere; Milzschwellung;
  • die Leber kann durch Blutstau dunkel verfärbt sein (dringender ISA-Verdacht), kann aber auch gelbe Farbe und Blutungen aufweisen oder blass sein.

Am häufigsten wird ISA im Frühling festgestellt.

Verbreitung

Die ISA tritt in Kanada (New Brunswick, Nova Scotia), Norwegen, den Färöer Inseln, Schottland und den Shetlandinseln sowie in den USA (Maine) auf. Das ISA-Virus wurde in Chile von Silberlachs und in Irland von der Regenbogenforelle isoliert. In Österreich konnte ISA bisher noch nicht festgestellt werden.

Bekämpfung

Die Infektiöse Anämie der Salmoniden ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Betroffene Betriebe sind zu sperren und die klinisch erkrankten Fische müssen getötet und unschädlich entsorgt werden.

Jeder Verdacht auf Infektiöse Anämie der Salmoniden ist der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt zu melden.

Weitere Informationen

www.oie.int
Leitfaden zur Bekämpfung der Infektiösen Anämie der Salmoniden