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Rotz

Malleus, Glanders. Betrifft Esel, Maultier und Pferd.

Rotz ist eine klassische Seuche der Equiden, die schon bei Hippokrates und Aristoteles erwähnt wurde. Sie ist eine hochansteckende, bakterielle Infektion, die jedoch auch andere Säugetiere befallen kann. Für den Mensch ist der Erreger des Rotz höchst pathogen. Die Zoonose Rotz verläuft beim Menschen unbehandelt oft tödlich. Der Erreger gilt als biologischer Kampfstoff.

Betrifft Equiden

Esel und Maultiere sind am empfänglichsten. Auch Pferde sind stark gefährdet. Kamele können sich bei Pferden anstecken. Hunde und Katzen sind nur in geringem Maß anfällig.

Erreger: Bakterium

Der Erreger ist das Bakterium Burkholderia mallei. Dabei handelt es sich um ein gramnegatives, unbewegliches Bakterium, das keine Sporen bildet.

Symptome: 

Akute Erkrankung:

Nasenrotz

  • Hohes Fieber, ein- oder beidseitiger Nasenausfluss, Schwellung der Kehlganglymphknoten
  • Bildung von Knötchen, Belägen und Geschwüren auf den Schleimhäuten der oberen Luftwege

Lungenrotz

  • Rotzknötchen und -geschwüre finden sich auch in der Lunge

Chronischer Rotz

  • Unregelmäßige Fieberschübe, Husten, Atembeschwerden
  • Entzündungen der Kehlgangslymphknote
  • Ältere Veränderungen als „Rotznarben" sichtbar

Bei Tieren mit gutem Immunsystem kann die Erkrankung ohne klinische Symptome verlaufen (latente Erkrankung). Die Infektion ruht, kann aber bei einer Schwächung des Immunsystems aktiviert werden und somit besteht erneut eine Ansteckungsgefahr. 

Übertragung

Die Infektion erfolgt oral über Haut und Schleimhäute und selten auch aerogen. Weiters kann die Krankheit beim Deckakt, sehr selten auch über die Muttermilch übertragen werden. Eine Übertragung bei künstlicher Besamung ist ebenfalls möglich.

Auftreten 

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die Erkrankung weltweit verbreitet. Heute gilt sie in Europa und Nordamerika als getilgt. In Südamerika und Teilen von Afrika und Asien kommt der Rotz vor, teilweise gibt es auch endemische Gebiete (z.B. Iran, Brasilien, Indien, Mongolei). Seit den 1990er Jahren ist die Anzahl rotzkranker Renn-, Militär- und Hobbypferde in Asien und Südamerika kontinuierlich angestiegen, Rotz gilt deshalb als wieder aufflammende Tierseuche.

Bekämpfung

Die Globalisierung des Pferdehandels und Reitsports ermöglicht jederzeit eine Neueinschleppung der Seuche in rotzfreie Gebiete.

Der Rotz ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Jeder Verdacht auf Rotz ist der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt zu melden. 

Erkrankung bei Menschen

Eine antibiotische Therapie gestaltet sich langwierig und schwierig. Wirksame Impfungen existieren nicht.

Weitere Informationen

www.oie.int