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Tollwut

Rabies. Betrifft alle Tiere außer Fische.

Seit September 2008 wird Österreich als frei von Tollwut anerkannt: Österreich erklärt sich frei von Tollwut.

Betrifft: alle außer Fisch

Die Tollwut, eine durch ein Lyssa-Virus verursachte Erkrankung der Säugetiere ist durch ihr zoonotisches Potenzial (das heißt, dass eine Übertragung vom Tier auf den Menschen möglich ist) in vielen Ländern Ziel umfassender Bekämpfungs- und Überwachungsmaßnahmen. Man unterscheidet die urbane Wut, die als Hauptwirt Hund und Katze umfasst, die silvatische Wut – in Österreich hauptsächlich beim Rotfuchs auftretend – sowie die Fledermaustollwut, die jedoch in Österreich bislang noch nicht nachgewiesen wurde. Weltweit werden jährlich ca. 55.000 Tollwuterkrankungen bei Menschen (WHO, 2006) gemeldet, die in nahezu allen Fällen tödlich enden.

Erreger: Virus

Der Erreger gehört zur Famile der Rhabdoviren und zur Art der Lyssaviren. Das Wirtsspektrum umfasst Säugetiere und den Menschen. Das Tollwut-Virus hat hohe Affinität zu den Nervenzellen und verursacht eine Encephalitis bzw. Encephalomyelitis.

Übertragung

Das Tollwutvirus wird mit dem Speichel ausgeschieden und in den meisten Fällen durch Bissverletzungen übertragen. Je nach Virusstamm und nach Lokalisation des Bisses und damit verbunden der Länge des Infektionsweges von der Bissstelle zum Zentralen Nervensystem erstreckt sich die Inkubationszeit meist über 3 bis 12 Wochen, in Ausnahmefällen bis zu einem Jahr. Sonderfälle einer Virusübertragung sind die aerogene Übertragung des Fledermausstammes sowie die Übertragung nach Organtransplantationen. Besonders exponierte Personen, wie z.B. Tierärzte, Labormitarbeiter sollten durch eine präexpositionelle Tollwutimpfung geschützt werden.

Symptome

Generelle Symptome bei allen betroffenen Tierarten

  • Prodromalstadium: kann leicht übersehen werden, verändertes Verhalten, Scheu, Nervosität, Gereiztheit, Schluckbeschwerden, Speichelfluss, Hydrophobie (Abscheu vor Wasser); Dauer etwa drei Tage.
  • Excitationsstadium: die Unruhe steigert sich und die Tiere zeigen zunehmende Aggressivität und beißen zu, wodurch die Infektionsgefahr steigt. Man spricht von „rasender Wut", wenn dieses starke Erregungsstadium im Vordergrund steht.
  • Paralysestadium: kurz vor dem Tod kommt es zu Lähmungen der Gesichtsmuskulatur und der Rumpf- und Gliedmaßen-Muskulatur. Herrschen die Lähmungserscheinungen vor, spricht man von „stiller Wut".
  • Die Krankheitsdauer beträgt ein bis sieben Tage; die Infektion endet in der Regel tödlich.

Vorherrschende Symptome bei den einzelnen Tierarten

Hund: Rasende und stille Wut sowie Übergangsformen sind möglich. Bei der rasenden Wut sind die Hunde sehr bissfreudig und können Tiere und Menschen anfallen. Die danach einsetzende Lähmung des Schlundkopfes zeigt sich in heiserem Bellen, Schluckbeschwerden, Speichelfluss und Herabhängen des Unterkiefers. Nach ein bis zwei Tagen kommt es zu Lähmungen der Nachhand und der Rumpfmuskulatur. Der Tod tritt nach drei bis vier Tagen ein.

Katze: Die Tiere verkriechen sich zu Beginn der Krankheit gerne, später greifen sie Tiere (besonders Hunde) und Menschen an. Bei Katzen dominiert die rasende Wut; zwei bis vier Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome kommt es zu Lähmungserscheinungen.

Rind: Hier kommt es vor allem zur stillen Verlaufsform. Der Beginn der Erkrankung ist wenig charakteristisch (verringerte Futteraufnahme, Einstellen der Milchleistung, Verstopfung), gefolgt von einer Änderung des Verhaltens, wie z. B. vermehrte Neugierde, erhöhte Erregbarkeit, Überempfindlichkeit. Zusätzlich wird auch vermehrter Speichelfluss und Schlundkopflähmung beobachtet. Rinder zeigen selten aggressives Verhalten, ein häufiges Symptom ist ein ständiger Kot- und Harndrang mit gekrümmten Rücken sowie Anrennen gegen die Wand und Verhängen in der Kette. Der Tod tritt nach drei bis sechs Tagen ein.

Pferd: Bei Pferden beobachtet man Juckreiz an der Bissstelle und vermehrte Reflexe. Häufige Koliken und Aggression gegenüber dem Menschen sowie vermehrter Speichelfluss sind weitere Symptome. Es können auch Zuckungen am ganzen Körper auftreten, die sich beim Anblick von Wasser steigern. Einige Tiere jedoch zeigen keine Unruhe, sondern stehen mit gesenktem Kopf oder liegen häufig. Der Tod tritt nach vier bis fünf Tagen ein.

Schwein: Die Tiere sind sehr schreckhaft und grunzen heiser. Sie zeigen auch krampfartige Kopfbewegungen und verbeißen sich in Stroh. Unruhiges Umherlaufen und vermehrter Speichelfluss sind weitere Symptome der Tollwut bei Schweinen. Treten erst Lähmungen auf, verenden die Schweine nach zwei bis vier Tagen.

Schafe und Ziegen: Blöken, vermehrte Unruhe, gesteigerter Geschlechtstrieb und Lähmungen mit plötzlichem Zusammenbrechen.

Bei Geflügel tritt die Tollwut sehr selten auf. Die Letalität beim Geflügel beträgt 50 %.

Wildtiere verlieren ihre natürliche Scheu, sind gegenüber dem Menschen angriffslustig und verbeißen sich in Gegenstände.

Verbreitung

Das Tollwut-Virus ist weltweit verbreitet, lediglich einige Inseln (z.B. Großbritannien, Neuseeland) sind tollwutfrei. Sehr häufig kommt die Krankheit in Afrika, Asien und in weiten Teilen Südamerikas vor.

In vielen Ländern Europas werden erfolgreich Tollwutbekämpfungsprogramme durchgeführt. Das Österreichische Tollwut-Impfprogramm für Füchse in freier Wildbahn hat dazu geführt, dass unser Land im Jahr 2008 als tollwutfrei erklärt werden konnte. Es ist jedoch notwendig, auch weiterhin eine bestimmte Anzahl an Füchsen auf Tollwut zu untersuchen, um die Tollwutfreiheit Österreichs zu überwachen.

Bekämpfung

Die Tollwut ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Eine prophylaktische Impfung gegen die Tollwut ist für Mensch und Tier möglich. Ein Verbringen von Hunden, Katzen und Frettchen im Reiseverkehr ist nur mit aufrechtem Impfschutz möglich.

Jeder Verdacht auf Tollwut muss der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt gemeldet werden. Eine sichere Diagnose kann nur am toten Tier gestellt werden.

Tiere (Hunde und Katzen), die einen Menschen gebissen haben, müssen zweimal im Abstand von 10 Tagen tierärztlich untersucht werden.

Beim Verdacht auf Tollwut wird eine diagnostische Tötung des Tieres angeordnet.

Tollwut Überwachung in Österreich

Schreiben an alle Landesregierungen und Information an die Jägerschaft:

Schreiben an alle Landesregierungen
Tollwut Überwachung 2013 - Information an die Jägerschaft

Weitere Informationen

Informationen der AGES zu Tollwut
WHO-Factsheet
WHO-Bulletin zu Tollwut
BMGF-Reiseinformationen: Innergemeinschaftliches Verbringen von Hunden, Katzen und Frettchen (Heimtierausweis)