Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zur Reichweitenmessung zu.

Mehr Informationen

West Nil Virus (WNV)

Aktuelles

Im August 2022 wurde bei einem verendet aufgefundenen Kaiseradler im Burgenland in der Gemeinde Apetlon eine Infektion mit West Nil Virus festgestellt. Bei einem verdächtigen Pferd aus der Gemeinde Gerasdorf in der BH Korneuburg in Niederösterreich wurde ebenfalls mit 1. September eine Infektion mit dem Virus bestätigt.

Was ist das West Nil Virus

Das WNV gehört zur Gruppe der Flaviviren und wird durch Stechmücken übertragen. Der natürliche Wirt für das Virus sind Vögel. Eine Verbreitungsmöglichkeit des Erregers besteht daher durch infizierte Zugvögel. Infiziert werden können jedoch auch Menschen, Pferde und andere Warmblüter. Diese sind so genannte "Endwirte", von ihnen geht keine weitere Infektionsgefahr aus. Bisher wurde das Virus in Afrika, Europa, dem Mittleren Osten, Nord-Amerika und West-Asien nachgewiesen. 

Aktuelle Lage in Österreich

Für die aktuelle Lage bezüglich West Nil Virus in Österreich besuchen Sie bitte folgende Seite: AGES

Allgemeine Informationen

Eine Infektion von Equiden und Vögeln mit West Nil Virus ist nach dem AHL überwachungs- und meldepflichtig.

WNV-Nachweise in Österreich gibt es seit 2008 wiederholt bei Greifvögeln, Wassergeflügel und Stechmücken sowie beim Menschen. 2016 wurde der Erreger erstmalig auch bei Pferden nachgewiesen. Seit dem Inkrafttreten des neuen Tiergesundheitsrechts sind Infektionen bei Equiden und Vögeln überwachungs- und meldepflichtig, d.h. sie sind den zuständigen Behörden zu melden. In Österreich werden seit einigen Jahren WNV-Überwachungsprogramme bei Pferden, Wildvögeln und Wassergeflügel (Weidegänse) von der AGES im Auftrag des BMSGPK durchgeführt. Einen Impfstoff gibt es bisher nur für Pferde.

Informationen für Tierhalter:innen 

  • Stechmücken sind in der Morgen- und Abenddämmerung besonders aktiv. Daher gilt es besonders in der Dämmerung, die Tiere in den Stall zu führen
  • Fenster mit Mückennetzen abdichten, Stall-Türen in der Nacht und in der Dämmerung geschlossen halten
  • Gelsenmenge reduzieren: Stechmücken legen ihre Eier in Wasseransammlungen ab. Um die Vermehrung zu vermeiden, sollten Regentonnen abgedeckt und Tränken täglich gereinigt werden
  • Waschplätze trocken halten: An den Waschplätzen der Tiere ist darauf zu achten, dass das Wasser in die Kanalisation abfließt
  • Bei Bauvorhaben ist die Stechmückenproblematik zu berücksichtigen. Falsch konzipierte Raumplanungs- und Wasserbauprojekte können zu Massenvermehrungen von Stechmücken führen
  • Im Bereich der Landschaftsplanung sind Maßnahmen zur Eindämmung der Vermehrung von Stechmücken, wie die Reduktion von Nistplätzen oder die gezielte Einbringung von Mitteln gegen Larvenbildung in Wasser-Reservoirs sinnvoll

Informationen für Tierhalter:innen und Tierärzt:innen

  • Impfstoffe für Pferde: es gibt mehrere zugelassen Impfstoffe. Pferde sind zwei Mal im Abstand von drei bis fünf bzw. vier bis sechs Monaten und danach jährlich zu impfen
  • Bei fieberhaften Erkrankungen, die möglicherweise in Verbindung mit zentralnervalen Störungen auftreten, ist differenzialdiagnostisch jedenfalls an eine WNV-Infektion zu denken
  • Jeder Verdacht oder Nachweis einer Infektion mit West-Nil-Virus bei Pferden ist meldepflichtig, daher ist der Amtstierarzt bzw. die Amtstierärztin zu informieren

Maßnahmen in Österreich (Veterinärbereich)

  • Meldung von Fällen bei Pferd oder Vogel an die Europäische Kommission sowie an die Welt-Tiergesundheitsorganisation WOAH
  • Information der Sektion VII im BMSGPK und der Zoonosenkommission
  • Koordination zwischen BMSGPK, AGES und Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna) bezüglich Öffentlichkeitsarbeit
  • Jährliche WNV-Monitorings bei Pferden, Wildvögeln und Wassergeflügel (Weidegänse)
  • Gelsen-Monitoring der AGES sowie der Vetmeduni Vienna

Fachinformation

https://www.woah.org/en/disease/west-nile-fever/

https://www.ages.at/mensch/krankheit/krankheitserreger-von-a-bis-z/west-nil-virus

Rechtsinformation

Tierseuchengesetz