Rinderbrucellose - Brucellose

Die Rinderbrucellose ist eine durch die Bakterienart Brucella abortus verursachte Erkrankung, die auf Menschen übertragen werden kann (Zoonose). Infektionen beim Rind stellen ein beträchtliches Risiko für die menschliche Gesundheit dar.

Vorkommen

Die Rinderbrucellose ist weltweit verbreitet. Im Jahr 2018 wurde ein Ausbruch durch B. melitensis in einem Rinderbestand in Oberösterreich bekannt.

Erregerreservoir

In Entwicklungsländern ist dieser Erreger bei Mensch und Tier häufiger verbreitet. Die Spezies B. melitensis tritt vor allem bei Schafen und Ziegen in Mittelmeerländern auf. Als Reservoir für Brucella suis Biovar 2 fungieren Wildschweine und Feldhasen.

Hauptwirt und Reservoir für Brucella abortus ist das Rind. Durch langjährige Bekämpfungsprogramme wurde der Erreger in unseren Breiten ausgerottet. In den USA werden gelegentlich infizierte wilde Bisonherden gefunden.

Infektionsweg

Menschen infizieren sich beim Berühren von infektiösem Material (Kontaktinfektionen), durch Einatmen infektiöser Tröpfchen (Aerosole) oder durch die Aufnahme kontaminierter Lebensmittel. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist äußerst selten (in Einzelfällen durch Stillen oder Bluttransfusionen). Das Risiko für eine Infektion ist in Österreich sehr gering.

Rinder stecken sich vor allem auf oralem Weg an. Die Übertragung beim Deckakt ist von untergeordneter Bedeutung.

Zeit von Kontakt mit dem Erreger bis zur Erkrankung (Inkubationszeit)

Beim Menschen beträgt die Inkubationszeit in der Regel zwischen 5 und 60 Tagen.

Bei Kühen werden Anzeichen einer Erkrankung vor dem Abort in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit in der Regel nicht beobachtet.

Krankheitsanzeichen (Symptomatik)

Beim Menschen verlaufen bis zu 90 % aller Infektionen symptomlos. Sie lassen sich nur über den Nachweis spezifischer Antikörper bei Patientinnen und Patienten feststellen und sind Ausdruck einer erfolgreichen Immunabwehr. Bei der akuten Brucellose kommt es in der Anfangsphase zu unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Müdigkeit, leichtem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach einem kurzen, beschwerdefreien Intervall können grippeähnliche Symptome, oft mit abendlichen Temperaturanstiegen auf bis zu 40 °C, verbunden mit massiven Schweißausbrüchen auftreten, am Morgen sinkt die Temperatur jedoch wieder auf den Normalwert. Die Erkrankung kann ohne antibiotische Behandlung spontan ausheilen, ohne Therapie jedoch auch zu einem chronischen Verlauf mit immer wiederkehrenden Fieberschüben führen. 

Vorbeugung und Bekämpfung

Bei Tieren konzentriert sich die Bekämpfung auf die Erkennung, Isolierung und Ausmerzung der infizierten Tiere sowie die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Erregerverbreitung zu verhindern. Die Überwachung der Seuchenfreiheit erfolgt mithilfe serologischer Methoden (Antikörpernachweis). 

Diagnostik

Der Erregernachweis erfolgt mittels Anzüchtung aus geeigneten Proben wie Abortmaterial.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an Ihre Amtstierärztin bzw. Ihren Amtstierarzt.

Empfohlene Links

www.ages.at