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Maul und -Klauenseuche (MKS)

Foot and mouth disease (FMD). Betrifft vor allem Paarhufer.

Betrifft: Rind, Schaf, Ziege, Schwein

Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochkontagiöse Viruserkrankung bei Rindern, Schweinen und auch anderen Paarhufern wie Rehen, Ziegen und Schafen. Aber auch Elefanten, Ratten und Igel können sich infizieren. Pferde sind für MKS nicht empfänglich; eine Infektion des Menschen (z.B. über Wunden) kann gelegentlich auftreten.

Erreger: Virus

Die erste schriftliche Erwähnung der Krankheit datiert aus dem Jahr 1514, als Fracastorius in Italien ein ähnliches Krankheitsbild beim Rind beschrieb. Im Rahmen der ersten Versuche zur Abgrenzung von bakteriellen Krankheitserregern gelang es Friedrich Löffler 1897, als erstes tierisches Virus den MKS-Erreger einer Virusnatur zuzuordnen.

Der Erreger ist ein Aphthovirus mit 7 Serotypen und unterschiedlichen Untertypen. Das Wirtsspektrum umfasst vor allem Klauentiere, mit geringer Letalität (außer Kälber) und hoher Morbidität. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 7 Tage. Nach Eindringen des Erregers in den Wirt kommt es zuerst zu einer Virämie mit Fieber sowie zu einer Virusausscheidung über Speichel, Aphten-Flüssigkeit und Milch schon während der Inkubationszeit. Die Tiere zeigen typische Schleimhautläsionen, Aphthen (Blasen), die ohne Narbenbildung abheilen. Die Aphthen befinden sich im Maulbereich, am Euter und an den Klauen. Bei Schafen ist die klinische Diagnostik erschwert, da die klinischen Symptome nicht so stark ausgebildet sind wie bei Rind oder Schwein. 

Differentialdiagnostisch kommen BKF, Stomatitis papulosa, BHV-2, BVD/MD, Lippengrind, Moderhinke, Bluetongue, Vesikuläre Virusseuche der Schweine, Stomatitis vesicularis etc. in Betracht.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt über direkten und indirekten (z.B. über kontaminiertes Material, Futter) Kontakt. Über den Wind kann das Virus mehrere Kilometer weit verbreitet werden.

Symptome

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 7 Tage. Meist ist die ganze Herde betroffen.

Generelle Symptome bei allen betroffenen Tierarten

  • Aphtenbildung (kleine Geschwüre) am Euter (Zitze, Widerstand gegen Melkgeschirr), an den Klauen (Zwischenklauenspalt, Kronsaum, beim Schwein Aphthen bis zum Tarsalgelenk, Bewegungsunlust, trippeln, langsames Aufstehen) und im Maulbereich (Lippeninnenseite, Zunge, Zahnfleisch, Tiere speicheln und   zeigen verminderte Fresslust) 
  • Fieber (40-42° C)
  • Schmerzen
  • Apathie

Weitere Symptome beim Rind

  • Milchkühe: Rückgang der Milchleistung
  • hohe Sterblichkeitsrate bei Kälbern (bis zu 75 %)

Weitere Symptome beim Schwein

  • Veränderungen im Klauen-/Extremitätenbereich sehr stark: Ausschuhen möglich
  • Todesfälle bei Ferkeln ohne klinische Symptome möglich

Weitere Symptome beim Schaf

  • Symptome sehr unauffällig
  • meistens lahm Gehen einzige klinische Erscheinung

Verbreitung

Das MKS-Virus ist nahezu weltweit verbreitet, lediglich in Neuseeland wurden bislang keine MKS-Ausbrüche registriert. Sehr häufig kommt die Krankheit in Afrika, Asien und in weiten Teilen Südamerikas vor.

Europa war häufig von MKS-Seuchenzügen betroffen. Immer wieder werden Ausbrüche in Europäischen Staaten gemeldet. In Österreich war der letzte Ausbruch im Jahr 1981.

Bekämpfung

Die Maul- und Klauenseuche ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.

Die Bekämpfung konzentriert sich auf die Erkennung, Isolierung und Ausmerzung der infizierten MKS-positiven Tiere sowie auf die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Erregerverbreitung zu verhindern. Jeder Verdacht ist der Amtstierärztin oder dem Amtstierarzt zu melden.

Merkblätter

Merkblatt - Allgemeine Information

Merkblatt für Tierärzte

Merkblatt für Landwirte, Viehhändler, Schlachtpersonal, Bürgermeister etc.

Weitere Informationen

European Commission for the Control of Foot-and-Mouth Disease (FAO)
Informationen der AGES zu MKS
www.oie.int
Krisenplan zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche (Login erforderlich)