West Nil Virus (WNV)
Aktuelles
- Im Sommer 2026 nehmen West-Nil-Virus-Infektionen bei Vögeln und Pferden in Europa deutlich zu.
- Geografische Verteilung der Meldungen von West-Nil-Infektionen bei Mensch und Tier: ECDC - WNV Dashboard
- Meldungen von West-Nil-Virus-Infektionen bei Tieren in Europa: West Nil Virus - AGES
Was ist das West Nil Virus
Das WNV gehört zur Gruppe der Flaviviren und wird durch Stechmücken übertragen.
Eine WNV-Infektion von Vögeln, Säugern (Pferden) und Menschen kann West Nil Fieber hervorrufen. Der natürliche Wirt sind Vögel. Die Verbreitung des Erregers erfolgt durch infizierte Zugvögel, die das Virus in lokale Stechmückenpopulationen eintragen. Infizierte Vögel können schwer erkranken und verenden. Neben Vögeln können auch Menschen, Pferde und andere Säugetiere durch Stechmücken infiziert werden. Diese sind so genannte "Endwirte", von ihnen geht keine weitere Infektionsgefahr aus. Sie können allerdings ebenfalls an West Nil Fieber erkranken. Betroffene Tiere zeigen aufgrund von Entzündungen des zentralen Nervensystems vor allem neurologische Symptome.
Die Übertragung des WNV erfolgt, wenn die Mücken aktiv sind (d. h. zwischen Frühjahr und Herbst), und die meisten Infektionen werden zwischen Juli und September beobachtet.
Bisher wurde das Virus in Afrika, Europa, dem Mittleren Osten, Nord-Amerika und West-Asien nachgewiesen.
Weitere Informationen zum West Nil Virus finden Sie hier: West Nil Virus - AGES
Verbreitung / Lage in Österreich
WNV-Nachweise in Österreich gibt es seit 2008 wiederholt bei Vögeln, Stechmücken und Menschen. 2016 wurde der Erreger erstmalig bei Pferden nachgewiesen und 2023 erstmalig bei einem Alpaka.
Die aktuelle Lage bezüglich West Nil Virus Infektionen in Österreich finden sie hier: AGES
Bekämpfung und Maßnahmen
Eine Infektion von Equiden und Vögeln mit West Nil Virus ist nach dem AHL überwachungs- und meldepflichtig, d.h. sie ist den zuständigen Veterinärbehörden zu melden.
Bestätigte Nachweise werden national der Bundeszoonosenkommission und international der Europäischen Kommission sowie an die Welt-Tiergesundheitsorganisation WOAH gemeldet. Es findet zusätzlich ein Gelsen-Monitoring statt.
Betroffene Tiere können bei Ausbruch von West Nil Fieber nur mehr symptomatisch behandelt werden. Von betroffenen Säugetieren geht keine weitere Ansteckungsgefahr aus.
Für Pferde steht eine präventive Impfung zur Verfügung, die effizient gegen die klinische Erkrankung schützt (siehe weiterführende Informationen).
Präventiv können Maßnahmen gegen Stechmücken umgesetzt werden (siehe weitere Informationen).
Informationen für Tierhalter:innen
- Stechmücken sind in der Morgen- und Abenddämmerung besonders aktiv. Daher gilt es besonders in der Dämmerung, die Tiere in den Stall zu führen
- Fenster mit Mückennetzen abdichten, Stall-Türen in der Nacht und in der Dämmerung geschlossen halten
- Gelsenmenge reduzieren: Stechmücken legen ihre Eier in Wasseransammlungen ab. Um die Vermehrung zu vermeiden, sollten Regentonnen abgedeckt und Tränken täglich gereinigt werden
- Waschplätze trocken halten: An den Waschplätzen der Tiere ist darauf zu achten, dass das Wasser in die Kanalisation abfließt
- Bei Bauvorhaben ist die Stechmückenproblematik zu berücksichtigen. Falsch konzipierte Raumplanungs- und Wasserbauprojekte können zu Massenvermehrungen von Stechmücken führen
- Im Bereich der Landschaftsplanung sind Maßnahmen zur Eindämmung der Vermehrung von Stechmücken, wie die Reduktion von Nistplätzen oder die gezielte Einbringung von Mitteln gegen Larvenbildung in Wasser-Reservoirs sinnvoll
Informationen für Tierhalter:innen und Tierärzt:innen
- Impfstoffe für Pferde: es gibt mehrere zugelassen Impfstoffe. Pferde sind zwei Mal im Abstand von drei bis fünf bzw. vier bis sechs Monaten und danach jährlich zu impfen
- Bei fieberhaften Erkrankungen, die möglicherweise in Verbindung mit zentralnervalen Störungen auftreten, ist differenzialdiagnostisch jedenfalls an eine WNV-Infektion zu denken
- Jeder Verdacht oder Nachweis einer Infektion mit West-Nil-Virus bei Pferden ist meldepflichtig, daher ist der Amtstierarzt bzw. die Amtstierärztin zu informieren
Letzte Aktualisierung: 08.09.2026