Neuartiges Orthobunyavirus (Shamonda-like-Virus, SHAV) European Shamonda Virus
Aktuelles
- Nachweise von Shamonda-like-Virus in Österreich
- Das Shamonda-like-Virus ist nicht meldepflichtig und unterliegt keinen behördlichen Bekämpfungsmaßnahmen
- Shamonda-like-Virus zum ersten Mal in Pferden in der Schweiz nachgewiesen
Was ist das neuartige Orthobunyavirus?
Erreger
Das neuartige Shamonda-like-Virus, in einer aktuellen Publikation vorläufig auch als European Shamonda Virus (ESV) bezeichnet, ist ein behülltes RNA-Virus aus der Gattung Orthobunyavirus. Das neuartige Virus ist eng mit dem Shamonda-Virus und dem Schmallenberg-Virus verwandt. Genetische Untersuchungen zeigen jedoch deutliche Unterschiede zum Schmallenberg-Virus, insbesondere in einem Bereich, der für die Immunantwort wichtig ist.
Bislang gibt es keine Hinweise auf Infektionen oder Erkrankungen beim Menschen durch das neuartige Shamonda-like-Virus. Viren wie Shamonda-, Akabane- und Schmallenberg-Virus gelten nicht als relevante Zoonoseerreger. Nach derzeitigem Wissen besteht daher kein bedeutendes Risiko für die menschliche Gesundheit.
Die endgültige taxonomische Einordnung und Benennung ist noch nicht abgeschlossen.
Übertragung
Das Virus wird vermutlich hauptsächlich durch blutsaugende Gnitzen der Gattung Culicoides übertragen. Warme Witterung begünstigt die Aktivität der Gnitzen und damit die Ausbreitung. Eine direkte Übertragung zwischen Tieren oder über kontaminierte Gegenstände ist bislang nicht belegt. Während der Trächtigkeit kann das Virus die Plazenta passieren und den Fötus infizieren.
Symptome
Die Symptome sind unspezifisch. Bei Rindern mit Fieber, Durchfall, respiratorische Symptome und Milchleistungsrückgang kommen auch andere meldepflichtige Differenzialdiagnosen, wie z.B. die Blauzungenkrankheit infrage.
Weiterführende Informationen zur Krankheit finden Sie hier: Neuartiges Orthobunyavirus - AGES
Lage in Österreich
Das Shamonda-like-Virus wurde im Sommer 2026 in Rinderhaltungen in erstmals in West-Österreich nachgewiesen mit Ausbreitungstendenz Richtung Osten. Die Tiere zeigten eine entsprechende Klinik (Fieber, respiratorische Symptome, Lahmheit, Durchfall). Mit einer weiteren Ausbreitung in Österreich muss gerechnet werden.
Lage in Europa
Seit dem Sommer 2026 wird das neuartige Shamonda-like-Virus in mehreren europäischen Ländern nachgewiesen. Betroffen sind vor allem Rinder, vereinzelt wurde der Erreger auch bei anderen Tierarten festgestellt. Da keine europaweit einheitliche Meldepflicht besteht, lässt sich die tatsächliche Verbreitung derzeit nicht vollständig beurteilen. Informationen zur aktuellen Ausbreitung werden von nationalen Veterinärbehörden und Forschungsinstituten sowie in freiwilligen internationalen Ereignissammlungen veröffentlicht.
Mit weiteren Nachweisen während der saisonalen Gnitzenaktivität ist zu rechnen.
Bekämpfung und Maßnahmen
Das Shamonda-like-Virus ist in Österreich derzeit nicht meldepflichtig. Es erfolgen daher keine amtlichen Untersuchungen oder Bekämpfungsmaßnahmen; ein positiver Nachweis führt zu keinen tierseuchenrechtlichen Maßnahmen.
Da die Symptome auch auf anzeige- oder meldepflichtige Tierseuchen hinweisen können, sollten auffällige Krankheitsgeschehen dennoch umgehend tierärztlich abgeklärt werden. Die zuständige Behörde kann bei entsprechendem Verdacht Untersuchungen zum Ausschluss anderer Tierseuchen veranlassen.
Zur Vorbeugung werden der Schutz vor Gnitzen und die Reduktion möglicher Brutstätten empfohlen. Erkrankte Tiere können nur symptomatisch behandelt werden. Aborte, Totgeburten und Fehlbildungen sollten untersucht werden, um mögliche Auswirkungen des Virus frühzeitig zu erkennen. Die behördliche Bewertung und die empfohlenen Maßnahmen können bei neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden.
Weitere Informationen
Neuartiges Orthobunyavirus - AGES
Shamonda Virus - Friedrich Löffler Institut (FLI)
Shamonda Virus in der Schweiz - Institut für Virologie und Immunologie (IVI)
Letzte Aktualisierung: 31.08.2026