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Afrikanische Schweinepest (ASP) - Überblick

African Swine Fever (ASF), Afrikanische Schweinepest (ASP) betrifft Schweine

Aktuelles zur ASP

Am 23. April 2018 meldeten die Ungarischen Veterinärbehörden den ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Ungarn. Das tote Tier  wurde im Bezirk Heves, nordöstlich von Budapest und ca. 50 km von der Slowakischen Grenze entfernt, aufgefunden. Ähnlich wie in Tschechien wird vermutet, dass illegal eingeführte Produkte aus Schweinefleisch die Ansteckungsquelle darstellen. Neben den Baltischen Staaten, Polen und der Tschechischen Republik ist nun auch Ungarn von der ASP betroffen.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine äußerst ansteckende, meist fieberhaft verlaufende Seuche. Sie befällt Haus- und Wildschweine stellt jedoch für andere Tiere und Menschen keine Gesundheitsgefährdung dar. Die Tierseuche ist bisher noch nicht in Österreich aufgetreten, durch zahlreiche Fälle in Nordost Europa ist die Gefahr einer Einschleppung aber sehr hoch! Ein Ausbruch in Österreich hätte schwerwiegende Folgen, für Tiere und landwirtschaftliche Betriebe. 

Auf dieser Seite sind die wichtigsten Informationen zur ASP zusammengefasst, detaillierte Fachinformationen finden Sie hier

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Der Erreger, ein Virus, ist sehr widerstandsfähig. Er kann Wochen bis Monate in Fleisch und Fleischwaren sowie in Schlachtabfällen überleben, in gefrorenem Fleisch sogar mehrere Jahre. Die Krankheit kann schnell und heftig (akut) oder langsam (chronisch) verlaufen, nicht immer werden typische Krankheitsanzeichen gezeigt.

Wo kommt die ASP vor?

Diese, ursprünglich nur am afrikanischen Kontinent vorkommende Tierseuche wurde im Juni 2017 bei Wildschweinen in Zlin (Tschechische Republik), nur 80 km entfernt von der österreichischen Staatsgrenze festgestellt. Davor breitete sich die Erkrankung seit 2014 sukzessive vom Kaukasus kommend in Richtung Westen aus. Derzeit sind große Teile Nord-Osteuropas betroffen, Ausbrüche wurden in den betroffenen Ländern sowohl in Wildschweinpopulationen, als auch in schweinehaltenden Betrieben gemeldet.

ASP Verbreitung Europa Stand Februar 2018 ASP Verbreitung Europa Stand Februar 2018 Bild vergrößern

Detailliertere Informationen zur Seuchenlage

Was sind die Konsequenzen eines Ausbruches?

Bei Auftreten von ASP in einem Betrieb müssen alle Tiere getötet werden. Bei Auftreten von ASP "nur" im Wildtierbestand sind umfassende und großräumige Handelsbeschränkungen in den betroffenen Gebieten einzuhalten. Die Seuche führt daher zu großen wirtschaftlichen Verlusten, welche die gesamte heimische Schweinewirtschaft betreffen können. Des weiteren ist in betroffenen Gebieten die Jagd stark zu reglementieren, um einer Ausbreitung in der Wildschweinpopulation entgegenzuwirken.

Detaillierte Informationen zu den Bekämpfungsmaßnahmen und Rechtsgrundlagen

Maßnahmen in Österreich

Wie wird die ASP übertragen?

Die Afrikanische Schweinepest wird vor allem durch infizierte Schweine und das Verfüttern kontaminierter Speiseabfälle übertragen. Das Virus kann aber auch über nicht gereinigte und desinfizierte Fahrzeuge, Ausrüstung und unsaubere Kleidung weiterverbreitet werden.  

Übertragung ASP Übertragung ASP Bild vergrößern

Was kann ich tun?

Die obersten Ziele sind eine Einschleppung nach Österreich zu verhindern sowie allfällige Ausbrüche bei Wildschweinen oder Hausschweinen möglichst frühzeitig zu erkennen, um so schnell wie möglich Maßnahmen zur Eindämmung setzen zu können. Dafür sind die Veterinärbehörden auf Hilfe verschiedener Bevölkerungsgruppen angewiesen, die einen sehr wichtigen Beitrag leisten können:

Jäger

Um Ausbrüche in der Wildschweinpopulation frühzeitig zu erkennen sind krankheitsverdächtige Tiere der Veterinärbehörde zu melden. Zudem spielt die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen eine wesentliche Rolle zur Vorbeugung einer Einschleppung in schweinehaltende Betriebe. Besondere Vorsicht ist bei Jagdreisen in betroffene Länder geboten.

Schweinehalter

Strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen kann einen Eintrag von ASP in Schweinebetriebe verhindern!

  • Jeglichen direkten und indirekten Kontakt zwischen Wildscheinen und Hausschweinen verhindern
  • Kein Verfüttern von Speiseabfällen an Schweine
  • Keine betriebsfremden Personen in den Stall lassen
  • Personen, die den Stall betreten, müssen saubere betriebseigene Schutzkleidung oder Einmalschutzkleidung tragen
  • Mäuse und Ratten konsequent bekämpfen
  • Tiertransportfahrzeuge nach jedem Transport reinigen und desinfizieren
  • Jeden Verdacht auf Afrikanische Schweinepest unverzüglich dem Amtstierarzt melden

Das Ländliche Fortbildungsinstitut Österreich (LFI) hat die Broschüre Biosicherheit Schwein herausgegeben. Diese Broschüre ist sehr anschaulich und wird von der Schweinegesundheitskommission als Grundlage für die Umsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinehaltungen empfohlen. 

Per Verordnung wurde ein Risikogebiet festgelegt, in welchem seit 28. Juni 2017 die Vorgaben der Schweinegesundheits-Verordnung-SchwG-VO. BGBl. II Nr. 406/2016 einzuhalten sind. Im Risikogebiet müssen Schweine so gehalten werden, dass ein Kontakt mit Wildschweinen verhindert wird. 

Reisende

Reisende und Transporteure die aus betroffenen Ländern nach Österreich kommen werden angehalten, Speisereste nur in verschlossenen Müllcontainern zu entsorgen. Illegal mitgebrachte Lebensmittel, die unsachgemäß entsorgt werden können eine Ansteckungsquelle für Wildschweine darstellen.

Forstarbeiter

Krankheitsverdächtige Tiere sind der Veterinärbehörde zu melden, eine möglichst schnelle Erkennung von Ausbrüchen in Österreich erlaubt es geeignete Maßnahmen zur Eindämmung setzen zu können. 

Tierärzte

Betreuungstierärzte von schweinehaltenden Betrieben können am direktesten das Gewahrsein der Tierhalter zur Afrikanischen Schweinepest erhöhen und die Bedeutung der Biosicherheit als Vorbeugemaßnahme vermitteln. Bei unspezifisch erkrankten Schweinen ist immer auch die ASP als Differentialdiagnose in Betracht zu ziehen.

Saisonarbeiter und Pflegekräfte

Personen die auf landwirtschaftlichen Betrieben in Österreich beschäftigt sind und die aus Ländern kommen in denen ASP vorkommt werden darauf hingewiesen, dass durch Unachtsamkeit ASP übertragen werden könnte.

Die wichtigsten Infos zur Krankheit sowie Maßnahmen die das Übertragungsrisiko verringern können, werden in folgenden Merkblättern in verschiedenen Sprachen zur Verfügung gestellt.


Wir ersuchen um Verständnis, dass aus Gründen der leichteren Lesbarkeit auf diesen Seiten die männliche Sprachform verwendet wird. Sämtliche Ausführungen gelten natürlich in gleicher Weise für die weibliche.

(24.04.2018)