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Afrikanische Schweinepest (ASP)

African Swine Fever (ASF), Afrikanische Schweinepest (ASP). Betrifft Schweine.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine äußerst ansteckende, meist fieberhaft verlaufende Seuche. Sie befällt Haus- und Wildschweine und stellt für den Menschen überhaupt keine Gesundheitsgefährdung dar.

Der Erreger, ein Virus, ist sehr widerstandsfähig. Er kann Wochen bis Monate in Fleisch und Fleischwaren sowie in Schlachtabfällen überleben, in gefrorenem Fleisch sogar mehrere Jahre. Infizierte Tiere scheiden das Virus bereits vor dem Sichtbarwerden der Krankheit aus. Im Wesentlichen kann der Verlauf schnell und heftig (akut) oder langsam (chronisch) sein. Während in der akuten Form deutliche Krankheitssymptome gezeigt werden und zahlreiche Tiere verenden, kann die chronische Verlaufsform unter Umständen auch symptomlos verlaufen. Dies birgt die Gefahr der unbemerkten Weiterverbreitung des Erregers in sich.

Die Afrikanische Schweinepest wird vor allem  durch infizierte Schweine und das Verfüttern kontaminierter Speiseabfälle übertragen. Das Virus kann aber auch über nicht gereinigte und desinfizierte Transportfahrzeuge, über Schadnager, Ungeziefer und unsaubere Stallkleidung weiterverbreitet werden. 

Aktuelle Lage in Österreich und der EU 

Informationen zur aktuellen Situation und Kartenmaterial 

Am 27. Juni 2017 wurde das BMGF von den Tschechischen Veterinärbehörden darüber informiert, dass in Zlin (Entfernung zur Österreichischen Staatsgrenze ca. 80 km) Afrikanische Schweinepest bei zwei Wildschweinen festgestellt wurde. Seitdem wurden zahlreiche weitere Wildschweine positiv auf ASP getestet, wobei sich sämtliche Fälle auf die Region Zlin beschränken. Die Tschechischen Veterinärbehörden setzen umfangreiche Maßnahmen zur Vermeidung einer Ausbreitung auf andere Regionen. Derzeit wird sogar ein Elektrozaun um das Ausbruchsgebiet errichtet. Da die aktuellen Fälle sehr weit entfernt von den bisherigen Ausbrüchen im Baltikum und in Polen aufgetreten sind, und in der Nähe einer internationalen Transitstrecke liegen gehen die tschechischen Behörden derzeit davon aus, dass die Übertragung durch weggeworfene Lebensmittel erfolgt sein könnte.

Bereits Anfang 2014 meldeten die litauischen Veterinärbehörden erstmals ASP-positive Befunde bei Wildschweinen in ihrem Hoheitsgebiet. Kurz darauf waren auch Polen, Estland und Lettland von der Afrikanischen Schweinepest betroffen. Seitdem wurden in diesen Ländern ca. 5600 Fälle von ASP sowohl in der Wildschweinepopulation, als auch in Hausschweinebeständen in den grenznahen Gebieten zu Russland und Weißrussland festgestellt. Seit Beginn des Jahres 2017 sind auch vermehrt Ausbrüche bei Hausschweinen und Wildschweinen in der Ukraine zu verzeichnen. Anfang August berichtete erstmalig Rumänien über einen Ausbruch nahe der Grenze zu Ungarn und der Ukraine. 

Da sich die ASP dramatisch auf die dort ansässige Landwirtschaft auswirkt, zog man um die Ausbruchsorte in Litauen, Polen und Lettland großflächige Restriktionszonen. Auch Teile Estlands sind von diesen Zonen betroffen. Innerhalb der Zonen setzen die Veterinärbehörden umfassende Maßnahmen, damit eine Ausbreitung der Krankheit auf andere Gebiete bestmöglich verhindert wird. Die Maßnahmen umfassen Handelsrestriktionen von lebenden Schweinen und deren Produkten. Schweine von Ausbruchsbetrieben sind tierschutzgerecht zu töten.

ASP Regionalisierung EK ASP Regionalisierung EK Bild vergrößern

ASP-Ausbruch in Tschechien 27.06.2017  (Kartendaten: Google GeoBasis-DE / BKG) ASP-Ausbruch in Zlin (Tschechien) am 27.06.2017 (Kartendaten: Google GeoBasis-DE / BKG) Bild vergrößern

Was wird in Österreich getan?

  • Aufgrund des ASP-Ausbruches bei Wildschweinen in der Tschechischen Republik wird per Verordnung ein gefährdetes Gebiet festgelegt. Dieses umfasst alle nördlich der Donau gelegenen Gebiete folgender Verwaltungsbezirke: Hollabrunn, Tulln, Korneuburg, Mistelbach, Bruck an der Leitha, Gänserndorf, alle Wiener Bezirke.

ASP gefährdetes Gebiet ASP gefährdetes Gebiet (zum Vergrößern anklicken) Bild vergrößern

  • In den genannten Gebieten sind alle verendet aufgefundenen Wildschweine der Behörde zu melden. Es sind von einem amtlichen Tierarzt Proben zu entnehmen und die seuchensichere Entsorgung der Tierkörper und des sonstigen Tiermaterials zu veranlassen.
  • In den genannten Gebieten wurden alle Betriebe mit Freilandhaltung sowie 10% der Betriebe mit Auslaufhaltung  von amtlichen Tierärztinnen und Tierärzten klinisch untersucht, regelmäßig sind an  diesen Betrieben Proben zu ziehen und auf ASP zu untersuchen.   

ASF Screeninggebiete Österreich ASF Screening Österreich

  • Seit Beginn des Jahres 2017 sind auch vermehrt Ausbrüche bei Hausschweinen und Wildschweinen in der Ukraine zu verzeichnen, Anfang August berichtete erstmalig Rumänien über einen Ausbruch nahe der Grenze zu Ungarn und der Ukraine. 
  • In den genannten Gebieten ist bei der Jagd auf Wildschweine vom Jagdausübungsberechtigten dafür Sorge zu tragen, dass
    1. die Bejagung so erfolgt, dass die Ausbreitung der etwaig vorhandenen Seuche bestmöglich hintangehalten wird;
    2. jeder direkte oder indirekte Kontakt des Tierkörpers oder des Fleisches mit Hausschweinen vermieden wird und
    3. sonstige bei der Jagd angefallene Tiermaterialien möglichst einer seuchensicheren Entsorgung zugeführt werden.
  • In den genannten Gebieten sind Freilandhaltungen von Schweinen spätestens ab 4. Juli 2017 verboten, außer sämtliche Anforderungen von Anhang 3 der Schweinegesundheits-Verordnung-SchwG-VO, BGBl. II Nr. 406/2016, sind nach Überprüfung und bescheidmäßiger Genehmigung durch die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde zu diesem Zeitpunkt bereits erfüllt.
    1. Schweine in Auslaufhaltung sind jedenfalls während der Dämmerungs- und Nachtstunden im Stallinnenbereich zu halten.
    2. Die Begriffe Freiland- und Auslaufhaltung entsprechen den Definitionen der SchwG-VO. Die Vorgaben gemäß Abs. 1 und 2 sind durch die Bezirksverwaltungsbehörde zu kontrollieren
  • Ein  Monitoringsystem wird implementiert, das eine frühzeitige Feststellung von ASP-Fällen bei Wildschweinen ermöglichen soll. 
  • Es finden regelmäßige Meetings der Tierseuchenexperten statt, in denen die zu treffenden Maßnahmen besprochen werden.

Bekämpfungsmaßnahmen / Vorsorgemaßnahmen

Da eine Bekämpfung im Wildschweinebestand sehr schwer möglich ist, muss einer Einschleppung in Hausschweinebestände durch die Anwendung geeigneter Biosicherheitsmaßnahmen bestmöglich entgegengewirkt werden. Es ist daher besonders wichtig alles zu tun, um zu verhindern, dass das widerstandsfähige Virus, welches an Kleidung, Schuhen, Autoreifen usw. haften kann, in einen Betrieb eingeschleppt wird.  Dies bedeutet vor allem:

  • Jeglichen direkten und indirekten Kontakt zwischen Wildscheinen und Hausschweinen zu verhindern
  • Kein Verfüttern von Speiseabfällen an Schweine
  • Keine betriebsfremden Personen in den Stall lassen
  • Personen, die den Stall betreten, müssen saubere betriebseigene Schutzkleidung oder Einmalschutzkleidung tragen
  • Mäuse und Ratten sind konsequent zu bekämpfen
  • Tiertransportfahrzeuge sind nach jedem Transport zu reinigen und zu desinfizieren.

Der geringste Verdacht auf das Vorliegen der Afrikanischen Schweinepest ist unverzüglich dem zuständigen Amtstierarzt zu melden. Nur so können schnellstmöglich alle Maßnahmen ergriffen werden, die eine Verbreitung der Seuche verhindern.

Konsequenzen eines Ausbruches

Bei Auftreten von ASP in einem Betrieb müssen alle Tiere getötet werden. Bei Auftreten von ASP "nur" im Wildtierbestand sind umfassende und großräumige Handelsbeschränkungen in den betroffenen Gebieten einzuhalten.

Es werden entsprechende Restriktionszonen eingerichtet, die sich auf das Vorkommen von ASP im Wild- und/oder Hausschweinebestand beziehen.

Die zu setzenden Restriktionen und die Ausmaße der Regionen sind im Durchführungsbeschluss 2014/709/EU der Kommission  festgelegt und betreffen den Handel mit lebenden Schweinen aber auch Produkten (Fleisch und verarbeitete Produkte).

Die Seuche führt daher zu großen wirtschaftlichen Verlusten, welche die gesamte heimische Schweinewirtschaft betreffen können.

Weitere Informationen

Rechtsgrundlagen zur Bekämpfung und Hintanhaltung der ASP per Juni 2017
Richtlinie 2002/60/EG des Rates vom 27. Juni 2002
Durchführungsbeschluss der Kommission
Durchführungsbeschluss - Anhänge

Kriterien zur Festlegung der Regionalisierung

EFSA Epidemiological Analysis
EFSA measures to prevent introduction
EFSA Role of tick vectors
EFSA Scientific opinion ASF

Standing Group of Experts on African swine fever in the Baltic and Eastern Europe Region 
Guidelines on surveillance and control of African swine fever in feral pigs and preventive measures for pig Holdings

Krisenplan zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (Login erforderlich) 

(3.8.2017)