Campylobacteriose
Campylobacter sind gramnegative, nicht sporenbildende spiralförmig gebogene Bakterien. Sie wachsen unter mikroaeroben Bedingungen (verminderter Sauerstoffgehalt), reagieren empfindlich auf saure und basische pH-Werte, werden durch Pasteurisierung sicher abgetötet. Die häufigsten Arten sind C. jejuni, das etwa 90 % der humanen Erkrankungsfälle (Campylobacteriose) verursacht, und C. coli.
Vorkommen
Infektionen durch Campylobacter sind weltweit verbreitet und treten gehäuft in der warmen Jahreszeit auf. Sie stellen neben den Salmonellen die bedeutendsten Erreger bakterieller Darmerkrankungen beim Menschen dar. Wie in den Jahren zuvor liegt in Österreich auch im Jahr 2024 die Campylobacteriose an erster Stelle der gemeldeten lebensmittelbedingten bakteriellen Infektionskrankheiten.
Erregerreservoir
Geflügel, Schweine, Rinder, Haustiere wie Hunde und Katzen sowie Wildtiere, insbesondere Vögel, können Träger von Campylobacter sein. Es handelt sich bei diesen Keimen um mögliche Darmbewohner dieser Tiere, bei denen sie nur selten Erkrankungen hervorrufen.
Infektionsweg
Die Campylobacteriose des Menschen gilt hauptsächlich als nahrungsmittelbedingte Infektion. Hauptinfektionsquellen stellen in erster Linie unzureichend erhitztes Geflügelfleisch, damit kontaminierte nicht erhitzte Speisen (z. B. nach Verwendung desselben Schneidbretts ohne gründliche Reinigung nach Zerlegen des Geflügels) und Rohmilch dar. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch (fäkal-oral) ist selten.
Im Gegensatz zur großen Bedeutung von Tierbeständen als Erregerreservoir für Lebensmittelinfektionen sind klinische Erkrankungen bei Tieren von geringer Bedeutung. Träger von Campylobacter scheiden den Erreger aus und die Keime gelangen so in die Umgebung.
Zeit vom Kontakt mit dem Erreger bis zur Erkrankung (Inkubationszeit)
In der Regel 2–5 Tage, abhängig von der aufgenommenen Keimzahl.
Krankheitsanzeichen (Symptomatik)
Symptome beim Menschen: Viele Erkrankungen verlaufen asymptomatisch. Akute Erkrankungen gehen mit hohem Fieber, Bauchschmerzen, wässrigen bis blutigen Durchfällen, Kopfschmerzen und Müdigkeit für 1–7 Tage einher. In seltenen Fällen kann das Guillain-Barré-Syndrom, eine Erkrankung des Nervensystems, als Komplikation einer Campylobacteriose auftreten.
Symptome bei Tieren: Die bei Menschen zu Durchfall führenden Erregerarten verursachen beim Tier im Regelfall keine Erkrankung.
Diagnostik
Beim Menschen erfolgt der Nachweis des Erregers meist durch Anzucht aus dem Stuhl.
Beim Tier erfolgt der Erregernachweis direkt mittels Anzüchtung aus Abortusmaterial und indirekt durch den Nachweis von Antikörpern im Blut.
Vorbeugung und Bekämpfung
Hygiene bei der Speisenzubereitung, um Kreuzkontaminationen zwischen rohem Fleisch und anderen Lebensmitteln zu vermeiden. Schon sehr geringe Mengen des Erregers (ca. 500 Keime) können beim Menschen eine Infektion auslösen. Zum Vergleich: auf einem Gramm Geflügelhaut können mehr als 10.000 Keime (koloniebildende Einheiten) gefunden werden.
Wird in einem Betrieb Campylobacter bei Tieren nachgewiesen, sind jedenfalls die Maßnahmen des „Allgemeinen Merkblatts“ zu beachten. Darin wird auch auf die Verpflichtung eines Lebensmittelunternehmers gemäß Art. 19 der VO (EG) 178/2002 verwiesen. Derzeit sind Campylobacter-freie Tierbestände praktisch nicht zu erreichen. Das Ziel ist die Menge der Erreger in den Tierherden zu senken und eine Verunreinigung der Tierkörper während der Schlachtung möglichst zu verhindern.
Mehr Informationen zu Küchenhygiene finden Sie hier.
Für weitere Informationen wenden Sie sich an Ihre Amtstierärztin bzw. Ihren Amtstierarzt.
Empfohlene Links