Leptospirose

Leptospiren (Leptospira interrogans, pathogene Spezies) sind längliche Bakterien, die korkenzieherartig bzw. hakenförmig geformt sind. Die als Leptospirose bezeichnete Erkrankung verursacht beim Menschen grippeähnliche Symptome, es kann aber auch zu schweren Verläufen bis hin zum Tod kommen.

Erreger und Übertragung

Die Leptospirose ist eine akut verlaufende Infektionskrankheit, die bei Menschen und bei Tieren auftritt. Hervorgerufen wird sie durch das Bakterium Leptospira interrogans, ein gramnegatives Bakterium. Das Bakterium dringt durch die Haut oder über Schleimhäute in den Körper ein.

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt in der Regel durch den direkten oder indirekten Kontakt (kontaminiertes Wasser, Schlamm) mit dem Urin erkrankter Tiere (hauptsächlich Ratten und Mäuse), die den Erreger in hoher Anzahl ausscheiden können.

Erregerreservoir

Natürliches Reservoir sind v. a. Ratten, Mäuse, Feldhamster, Rinder, Schweine und Hunde. Von den wild lebenden Reservoirwirten kommt den Nagetieren - wie Ratten und Mäusen – die größte Bedeutung zu. In Wien ist circa ein Viertel aller Ratten Träger des Erregers.

Infektionsweg

Menschen können sich über kleine Hautverletzungen und Schleimhautkontakt mit Leptospiren infizieren, wenn sie mit Urin von infizierten Tieren in Berührung kommen oder mit Wasser, das mit Urin infizierter Tiere kontaminiert ist.

Zeit von Kontakt mit dem Erreger bis zur Erkrankung (Inkubationszeit)

Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und 30 Tagen, meist fünf bis 14 Tage.

Krankheitsanzeichen (Symptomatik)

Die Leptospirose genannte Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Bindehautentzündung sowie Waden- und Schienbeinschmerzen werden häufig beobachtet.

Nach einer kurzen, fieberfreien Phase kommt es bei einem kleinen Teil der Patientinnen und Patienten zum Stadium der Organmanifestation mit erneutem Fieberanstieg. Schwerste Verlaufsformen sind bei Morbus Weil bekannt, die mit Leber- und Nierenversagen einhergehen und zum Tod führen können.

Vorbeugung und Bekämpfung

Folgende Maßnahmen können zur Vorbeugung ergriffen werden:

  • die Bekämpfung der Ratten- und Mäusepopulation
  • Schutzkleidung (Gummistiefel und -handschuhe, Schutzbrillen) bei Kanal- und Laborarbeiten
  • Desinfektion des Abwassers in Schlachthöfen und Schweinezuchtbetrieben

Bestimmte Berufsgruppen wie Kanalarbeiter:innen, Landwirt:innen, Erntehelfer:innen sowie Personen, die engen Kontakt zu Tieren bzw. tierischen Produkten haben (Tierärzt:innen, Schlachthofmitarbeiter:innen, Jäger:innen) sind besonders gefährdet, an Leptospirose zu erkranken.

Für manche Tierarten gibt es einen zugelassenen Impfstoff, nicht jedoch für den Menschen. Die Krankheit wird mit Antibiotika behandelt.

Diagnostik

Die Labordiagnose einer Leptospirose kann entweder durch den direkten Erregernachweis oder durch serologische Methoden erfolgen. Goldstandard der serologischen Diagnostik ist nach wie vor der Mikroagglutinationstest (MAT). Der direkte Nachweis des Erregers erfolgt mittels Anzucht während der Generalisationsphase aus dem Blut, später aus dem Liquor (Dunkelfeld) oder mittels PCR. Häufig kann der Erreger mittels Harnkultur nachgewiesen werden. Der Antikörpernachweis gelingt meist ab dem 10. Krankheitstag. Die Diagnose sollte klinisch anhand von Symptomatik und Anamnese gestellt werden, um rechtzeitig eine antibiotische Therapie beginnen zu können.

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