Hantavirus

Hantaviren (Hantaviridae) sind umhüllte einsträngige RNA-Viren, die durch die Ausscheidungen bestimmter Nagetiere wie beispielsweise Mäuse oder Ratten auf den Menschen übertragen werden können. Weltweit kommen verschiedene Spezies vor, deren Verbreitung von der Verbreitung ihrer Wirtstiere abhängt und die Infektionen mit unterschiedlichen Krankheitsverläufen verursachen. In Mitteleuropa kommen am häufigsten die Spezies Puumala-Virus (PUUV) und Dobrava-Belgrad-Virus Typ Kurkino (DOBV Typ Kurkino) vor.

Vorkommen

Hantaviren kommen weltweit vor. Auch in Österreich ist die Rötelmaus als bedeutendes Wirtstier verbreitet. Es können also prinzipiell in allen Bundesländern Fälle von Hantavirus-Infektionen vorkommen. Schwere Krankheitsverläufe mit lebensbedrohlichen Blutungen sind aber in Österreich äußerst selten.

Erregerreservoir

Übertragen wird das Hantavirus durch kleine Säugetiere wie Mäuse oder Ratten. Das PUUV wird in der Regel durch die Rötelmaus übertragen, das DOBV Typ Kurkino durch die Brandmaus. Auch in Spitzmäusen, Fledermäusen und Maulwürfen wurden Hantaviren nachgewiesen, die genaue Rolle dieser Wirtstiere ist unklar.

Infektionsweg

Beim Menschen:

Die Erkrankung beginnt meist mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber, das über drei bis vier Tage anhält. Es wird von unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen begleitet. Die in Europa und Asien vorkommenden Hantavirus-Typen können zu einem hämorrhagischen Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) führen, bei dem es zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zu akutem Nierenversagen kommen kann.

Bei HFRS nehmen ein bis 15 Prozent der Fälle einen tödlichen Verlauf. Die in Nord- und Südamerika existierenden Virus-Typen können das hämorrhagische Fieber mit pulmonalem Syndrom (HCPS oder HPS), Lungenödemen und akutem Lungenversagen als mögliche Komplikationen verursachen. Zwischen 30 und 50 Prozent dieser Fälle enden mit dem Tod der Betroffenen. Wirksame Medikamente gegen Hantaviren gibt es nicht, die Therapie bleibt auf die Linderung der Symptome beschränkt.

Aus gegebenen Anlass wurde die bereits bestehende Meldepflicht für Hantavirus-Erkrankungs- und -Todesfälle per Verordnung der Frau Bundesministerin mit Inkrafttreten am 09.05.2026 vorsorglich auf Verdachtsfälle von Mensch-zu-Mensch-übertragbaren Hantavirus-Infektionen erweitert. (siehe BGBl. II Nr. 114/2026)

Bei Tieren:

Infizierte Tiere scheiden Hantaviren über Speichel, Urin und Kot aus. Die Infektion erfolgt über das Einatmen virushaltiger Aerosole, feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel, durch Bisse oder durch den Kontakt von offenen Hautstellen mit Materialien wie Staub oder Böden, in denen Viruspartikel abgelagert sind. Auch durch die Aufnahme verunreinigter Lebensmittel können Hantaviren übertragen werden.

Hantaviren können je nach Umgebungsbedingungen einige Tage außerhalb eines Wirtstieres überleben und infektiös bleiben. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wird nur bei hochansteckenden Hantavirus-Stämmen aus Südamerika als Möglichkeit in Betracht gezogen.

Inkubationszeit

Meist zwei bis vier Wochen. In einigen Fällen nur fünf Tage, in anderen Fällen bis zu 60 Tage.

Krankheitsanzeichen (Symptomatik)

Die Infektion verläuft in der Mehrheit der Fälle unbemerkt. Der Zeitraum zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden ist unterschiedlich und beträgt in der Regel ein bis fünf Wochen. Treten Krankheitszeichen auf, sind in Abhängigkeit vom Virus-Typ verschieden schwere Krankheitsbilder bis hin zu fieberhaften Verläufen mit massiver Blutungsneigung (hämorrhagisches Fieber) möglich.

Die Erkrankung beginnt meist mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber, das über drei bis vier Tage anhält. Es wird von unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen begleitet. Die in Europa und Asien vorkommenden Hantavirus-Typen können zu einem hämorrhagischen Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) führen, bei dem es zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zu akutem Nierenversagen kommen kann.

Bei HFRS nehmen ein bis 15 Prozent der Fälle einen tödlichen Verlauf. Die in Nord- und Südamerika existierenden Virus-Typen können das hämorrhagische Fieber mit pulmonalem Syndrom (HCPS oder HPS), Lungenödemen und akutem Lungenversagen als mögliche Komplikationen verursachen. Zwischen 30 und 50 Prozent dieser Fälle enden mit dem Tod der Betroffenen. Wirksame Medikamente gegen Hantaviren gibt es nicht; die Therapie bleibt auf die Linderung der Symptome beschränkt.

 

Diagnostik

Die Diagnose wird meist serologisch gestellt durch den Nachweis spezifischer IgM- und IgG-Antikörper mittels Enzymimmunoassay (ELISA), Immunoblot oder mittels indirektem Immunfluoreszenztest (IFA). IgM-Antikörper können in der Regel schon zu Beginn der Erkrankung nachgewiesen werden.

Vorbeugung und Bekämpfung

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer Hantavirus-Infektion ist die Expositionsprophylaxe, also das Vermeiden von Kontakt zu Ausscheidungen von Nagetieren. Lebensmittel sollten sicher verwahrt werden, um die Tiere nicht anzulocken. Im Umfeld menschlicher Wohnbereiche sollten Nagetiere zusätzlich bekämpft werden.

Bei Kontakt mit toten Nagetieren oder an verunreinigten Orten, an denen sich Mäuse aufhalten, sollten Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Atemschutzmasken und Handschuhen eingehalten werden. Mäusekadaver und Exkremente sollten vor der Entsorgung mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel benetzt werden.

Empfohlene Links

www.bmasgpkg.gv.at

www.ages.at

Hinweis

Bitte beachten Sie, dass es sich um eine sich aktuell entwickelnde Situation handelt. Diverse internationale Stellen sind involviert und es kommt laufend zu Updates. Aktuelle Informationen zur internationalen Lage in Bezug auf das Ereignis und weiterführende Informationen erhalten Sie über das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control - ECDC): www.ecdc.europa.eu/en/hantavirus-infection